Großstadtjungle Nairobi

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Am 24. März 2011 nehmen wir die Formalitäten in Angriff. Ein holländisches Pärchen, deren VW Pick-up Bulli schon gestern da stand, sind wieder zurück aus Addis. Sie mussten mal eben rüberfliegen, weil sie in der äthiopischen Botschaft in Nairobi kein Visum bekommen. Vom Süden in Norden ist es problematisch nach Äthiopien zu kommen, während es in die andere Richtung total schnell und einfach geht. Leuchtet irgendwie nicht ein. Die beiden müssen auch in die Stadt und zeigen uns welchen Minibus wir nehmen müssen. Wir lassen unseren Reisepass und das Carnet de Passages stempeln.

Danach schauen wir uns noch die Innenstadt an. Überall laufen top-gekleidete Leute mit Laptop-Taschen durch die Gegend. Es gibt richtige Bürgersteige in sehr gutem Zustand. Ein Unterschied zu Addis Abeba und Khartoum. In Nairobi gibt es auch mehrere riesige Supermärkte, wie zum Beispiel Nakumatt, der von der Jungle Junction auch fußläufig zu erreichen ist. In Khartoum gab es einen einzigen großen Supermarkt im ganzen Land.Insgesamt bleiben wir bis zum 4. April in Nairobi. Als nächstes versuchen wir Solargeschäfte ausfindig zu machen. Dank Internet finden wir zwei die in der Nähe sind und weitere bei dehnen wir uns telefonisch nach den Preisen erkundigen können. Da Siggi eine Probefahrt machen will, fährt er uns gleich bei den Geschäften vorbei. Schließlich bestellen wir einen Steca-Laderegler und eine Solarbatterie, die am nächsten Tag geliefert werden soll. Leider kommt die falsche Batterie. Zum Glück wissen wir ja schon, wo wir eine andere bekommen. Wir entscheiden uns nun für die etwas teurere australische Batterie und gegen die diversen Hongkonk-Fabrikate. Der Laderegler ist sogar billiger als das dasselbe Modell in Deutschland, obwohl es sich um ein deutsches Fabrikat handelt. Außerdem müssen wir uns um eine kenianische Versicherung und die Gelbe Karte kümmern. Zufällig stoßen wir im Yaya-Einkaufszentrum auf das Büro der Concorde-Versicherung. Der kompetente Mitarbeiter erklärt uns, dass wir als kommerzielles Fahrzeug bezahlen müssen, weil wir für privat zu viele Tonnen Gewicht haben. Darüber hinaus bekommt man die Gelbe Karte nur für die Dauer der lokalen Versicherung. Danach gehen wir noch zu dem AA-Insurance Broker, der von anderen Reisenden empfohlen wurde. Hier ist die Versicherung etwas billiger, aber der Typ ist uns unsympathisch. Dann sollen wir auch noch das Geld im Voraus bezahlen, weil sie keine Scheine mehr da haben. Eine Quittung wollen sie uns nicht ausstellen, wir können die Scheine dann morgen abholen. Nein, danke. Noch unseriöser geht’s wohl kaum. Wir erkundigen uns noch bei der Real-Versicherung, aber die Frau am Schalter hat gar keine Ahnung und muss alles übers Telefon nach fragen. Also gehen wir am Ende doch zur Concorde. Wir bekommen nach der Barzahlung sofort beide Scheine ausgehändigt. Wir nehmen gleich ein Jahr, weil es nur unwesentlich teurer ist als ein halbes Jahr.

grillen 2

Aber natürlich widmen wir uns nicht nur Formalitäten, sondern tauschen auch Reiseerfahrungen aus. Eigentlich kommen jeden Tag neue Traveller an. So treffen wir auch Tanja und Jesper aus München, von denen wir schon im Blog von Magdi und Alex gelesen haben. Auch Peter und Traudel kommen zwei Tage nach uns an. Mit den drei Israelis Ben, Char und Nathan trinken wir des öfteren israelischen Kaffee und äthiopischen Ouzo. Sie haben einen Landcruiser in Südafrika gekauft, sind bis Nairobi gefahren uns wollen ihn nur hier verkaufen. Außerdem treffen wir noch den Holländer Lance der gemeinsam mit dem Südafrikaner Maurice im Landrover von Holland nach Südafrika fährt. In wechselnder Belegschaft grillen wir mehrmals. Endlich wieder gutes Fleisch und Würstchen. Einen Abend lassen wir es uns richtig gut gehen und gehen miot Tanja und Jesper und den Schweizern Roland und Denise, die seit 14 Monaten durch Afrika fahren, ins All-you-can-eat Restaurant Foco Gaucho. Für 1600 Ksh gibt es Rumpsteak, King Prawns, Krokodil, Würstchen, Rips etc., soviel das Herz begehrt. Dazu noch Buffet mit vielen Köstlichkeiten wie Parmesan, Salami und vieles mehr. Als Nachtisch gibt es gegrillte Ananas mit Zimt. Danach können wir uns alle kaum mehr bewegen. Dann kommt der Kellner und sagt, dass sie auch noch andere Desserts haben, wie zum Beispiel Eis. Aber keiner von uns kann noch irgendetwas essen.

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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