Kenianische Gastfreundschaft

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In Migori gehen wir am 9. April 2011 erstmal shoppen. Der Supermarkt wird von Indern betrieben. So gibt es viele indische Gewürze. Wir kaufen u.a. Chicken Masala und Curry. Nur einen Markt mit frischem Gemüse finden wir nicht, so bringen wir die Einkäufe zurück zum Hanomag. An der Tankstelle fragen wir nach einem Markt. Der Mitarbeiter Michael bietet uns sofort an uns zu begleiten. Mit ihm bekommen wir so günstige Preise wie nie auf dem Markt. Ob es an Migori, das absolut nicht touristisch ist, liegt oder an Michael wissen wir nicht.

Migori

Wir bekommen eine Sms von Kathrin, dass wir um 16 Uhr zu ihr kommen können und im Örtchen Obama einfach nach Mrs. Ochuka fragen sollen – ihrer Gastmama. Wir fragen Michael nach Obama, der es zunächst mit dem Geburtsort von Präsident Obama, der auch nicht allzuweit wegliegt, verwechselt. So rufen wir Kathrin an und mit ihrer Beschreibung finden wir das kleine Dorf, das malerisch inmitten von Zuckerrohrplantagen gelegen ist. Wir sind eine Stunde zu früh dran und warten irgendwo im Ort und wollen lesen. Lang allein bleiben wir nicht und unterhalten uns gut mit einem jungen Mann, der Kathrin kennt.

Dann kommt Mrs. Ochuka von der Kirche heim, sieht uns sofort und begrüßt uns herzlich. Sie hat schon organisiert, dass wir auf dem umzäunten Nachbargrundstück parken können. Später kommt auch Kathrin heim und wir sitzen auf dem Sofa und bekommen Chai, Mandazi und in Salzwasser gebratene Erdnüsse serviert. Zum Abendessen gibt es Uguali (eine Art Maispampe), Sikuma Wiki (erinnert an Grünkohl) und Rührei mit Tomate. Wir lernen die ganze Familie kennen. Am nächsten Morgen gibt es den restlichen Uguali, Sikuma Wiki und Rührei mit Tomate, sowie mit Blue Band Margarine bestrichenes Toastbrot. Nachdem Frühstück zeigt uns Kathrin das Zentrum von Obama, wo wir ihren Gastbruder Andy in seinem kleinen Shop besuchen. Er verkauft dort Handyguthaben, lädt Telefone auf und ein Friseursalon ist es auch noch.Danach erkunden wir die Gegend rund um Obama und lernen ein paar Nachbarn kennen. Von einer Familie werden wir zum Abendessen eingeladen. Zunächst gehen wir zurück zu Kathrin nach Hause, wo Mrs Ochuka und ihre Töchter das Mittagessen für uns vorbereitet haben. Diesmal gibt es Reis und Uguali, Sikuma Wiki und Rührei. Beim Abendessen bei den Nachbarn gibt es dasselbe. Natürlich darf auch der Chai nie fehlen. Zum Frühstück gibt es Reis mit in Salz gerösteten Erdnüssen und Toastbrot mit Margarine. Es ist überraschend lecker. Danach zeigen wir der ganzen Familie unseren Hanomag. Wieder einmal sind alle total begeistert – vor allem von der Dusche.

Obama

Nach kurzer Fahrt auf der Asphaltstraße, legen wir eine lange Strecke auf Piste zurück bis nach Mbita am Lake Viktoria. Als wir beim Safari Village ankommen, stehen wir vor verschlossen Türen, denn es hat nur in der Hauptsaison geöffnet. Beim ICIPE Guesthouse dürfen wir nicht campen, nichtmal wenn wir ein Einzelzimmer bezahlen. Aber die Security ist supernett und überlegt mit, wo wir vielleicht campen können. Ein Passant, der sich als Omari vorstellt, bietet uns an, seine amerikanische Chefin Nancy und ihren südafrikanischen Mann Dan zu fragen, ob wir auf der Gelände der gemeinnützigen Organisation campen können. Das stellt sich als absoluter Glücksfall heraus. S.E.E.K. bringt den Locals verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt bei. Das Grundstück ist wunderschön und sie haben Bandas für Gäste eingerichtet – wie zum Beispiel Schulklassen – dort können wir campen. Es gibt saubere Duschen und Bio-WC’s. Und das alles direkt am schönen Strand des Lake Victoria. Auf die Frage, was die Übernachtung kostet, sagen sie „Gebt einfach, was ihr meint.“ Nur baden geht leider nicht, denn es gibt hier viele Nilpferde, die sogar abends aus dem Wasser kommen und grasen. Deswegen ist der Teil des Grundstücks, auf dem wir campen, umzäunt. Leider bekommen wir sie dabei nicht zu Gesicht, einen Abend kommen sie nicht und am Morgen, als sie kommen, schlafen wir tief und fest.

Als wir Omari fragen, wo die Fähren nach Mfanghano Island abfahren, bietet er uns sofort an, uns morgen früh zu begleiten. Eventuell können wir auch im Boot von einem Freund von ihm fahren, der eh rüber muss. Um 7 Uhr früh will uns Omari abholen, um 7:30 Uhr ist er da. Das Boot kommt erst gegen 9 Uhr. Wegen dem starken Wind müssen wir schon um 12 Uhr zurück sein. Nancy und Dan fragen uns, ob es uns was aus macht, wenn Omari noch bei dem Youth Center vorbeischaut. Kein Problem. Zwischendurch sammeln wir noch die Mutter vom Bootsbesitzer ein und setzen sie wieder ab. Schließlich legen wir beim Youth Center an, aber die Tür ist verschlossen. So müssen wir hintenrum gehen. Erst geht es übers Nachbargrundstück das Green Shade Projekt. Als der Projektleiter uns entdeckt, stellt er gleich das Projekt vor. Hier werden Hennen eingewöhnt, die mehr Eier legen, als die einheimischen Hühner. Die Küken werden dann zu einem günstigen Preis an lokale Bauern verkauft. Nach einer kleinen Wanderung kommen wir beim Youth Center an, das so etwas wie eine Berufsschule ist. Der Schuldirektor erklärt uns, wie die Schule funktioniert. Die Schüler lernen neben dem eigentlichen Beruf auch Landwirtschaft, können Landbewirtschaften und die Erträge verkaufen und so einen Teil des Schulgeldes aufbringen. Wir lernen den deutschen Bruder Hans vor, der das Projekt leitet. Er ist schon seit Ewigkeiten aus Deutschland weg, erst viele Jahre in Asien und nun in Afrika. Nachdem wir uns hier gut unterhalten und lecker Ingwerkekse bekommen müssen wir schon wieder zurück.

Fischerboot

Zurück in Mbita dann der Schock – der Bootsbesitzer eröffnet uns, dass der Spaß 6000 Ksh kostet. Wir sind fassungslos, wir sind davon ausgegangen dass wir quasi eine „;Mitfahrgelegenheit“ hatten und nur eine Spritbeteiligung zahlen müssen. Wir sprechen mit Dan und Nancy. So einigen wir uns darauf, dass wir 1000 Ksh zahlen und sie reden mit dem Bootsbesitzer. Es ist zwar ärgerlich, dass wir nicht viel von Mfanghano Island gesehen haben, aber dafür hatten wir eine schöne Bootsfahrt und mit 1000 Ksh können wir leben. Dan und Nancy zahlen wir am Ende das, was wir meist auf Campingplätzen bezahlt haben, also 500 Ksh pro Person und fragen sie, ob sie ihren Platz auch anderen Campern zur Verfügung stellen würden. Das tun sie gerne, solange sie keine Gruppen da haben. Ein echter Geheimtipp am Lake Victoria. (Reisende, die interessiert sind, sollten bitte vorher anrufen.)

Tags drauf fahren wir nach Kisumu. Wieder über die sehr holprige Piste und dann nach Homa Bay. Dort fragen wir einen Polizisten nach dem Weg am See entlang. Wir wollen über Kendu Bay nach Awach. Die Piste ist aber sehr schlecht und den See sieht man auch nicht. So drehen wir lieber um und nehmen den kleinen Umweg über die Teerstraße in Kauf und fahren nach Rongo. Ab Rongo Richtung Kisii wurde die Straße dann leider doch wieder schlecht, was komisch ist, da dieselbeStraße von Migori bis Sare 1A war. In der Dämmerung erreichen wir Kisumu und suchen zunächst den Wildlife Club, wo man laut unserem Reiseführer campen kann, finden ihn aber nicht. Als Alternative haben wir noch das Kiboko Bay. Auf der Straße treffen wir den Österreicher Biker Hannes, der auch dorthin will. Wir haben Pech, dort ist schon lange kein Camping mehr möglich. Nun fragen wir gemeinsam beim Impala Sanctuary, aber 30 $ sind uns beiden so viel. Hannes will nun in ein billiges Hostel in die Innenstadt und wir suchen doch noch den Wildlife Club und werden fündig. Hier wird sonst Schulklassen die Natur erklärt und der Leiter kennt auch unsere Freunde von S.E.E.K. aus Mbita. Nach einer erholsamen Nacht, decken wir uns im Nakumat und Tusky’s mit Lebensmitteln ein und gehen im Green Garden Restaurant essen. Leider ist die Pizza enttäuschend, da sind wir verwöhnt von Äthiopien.

Danach laufen wir noch durch die Innenstadt, wo überall Straßenhändler Autolautsprecher, Verstärker etc. verkaufen. Wir erstehen aber nur einen kleinen Teekessel „Made in China“ in einem indischen Haushaltswarenladen – perfekte Größe für zwei Tassen Tee. Wir verbringen noch eine Nacht in Kisumu beim Kisumu Beach Resort (Camping 300 Ksh p.P) Nicht schön der Platz, aber für den Preis völlig ok, denn es gibt auch Strom am Auto. Restaurant und sanitäre Anlagen testen wir nicht, da wir alles in unserem Auto nutzen. Außerdem liegt er an dem Ende von Kisumu, von wo wir aus am nächsten Morgen schnell auf der Straße Richtung Busia sind, ohne uns durch den Stadtverkehr wühlen zu müssen. Am Anfang hat die Straße viele Schlaglöcher wird aber später etwas besser. Dafür waren die Grenzformalitäten in Kenia schnell abgewickelt. Lediglich umgerechnet 25 € müssen wir an Straßensteuer zahlen. Weniger als erwartet! Da wir über die grüne Grenze eingereist sind und erst in Nairobi das Carnet gestempelt wurde, haben die Zollbeamten nur die Strecke von dort bis Busia berechnet.

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hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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