Reifensuche in Addis

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Am 25. Februar 2011 beginnen wir damit Ersatzreifen für unseren Hanomag zu suchen. Addis Tyre stellt gar keine so großen Reifen her. Dann versuchen wir es in der „Reifenstraße“, die wir zufällig entdeckt haben, als wir auf dem Weg zum Wim’s waren. Kein Geschäft hat unsere Größe, aber zwei Geschäfte hätten Reifen eine Nummer größer. Jetzt gilt es rauszufinden, ob sie trotzdem auf unsere Felgen passen. Nachmittags müssen wir nochmal zur Immigration, um unsere Pässe abzuholen. Diesmal geht alles ganz fix.

Dann trinken wir mal wieder einen leckeren Fruchtsaft – die gibt’s auch günstig in Addis, wenn man in die kleinen, lokalen Saftbars geht und nicht in schicke Cafés. Als nächstes wollen wir eine äthiopische Telefonkarte kaufen, um Paul anrufen zu können. Die deutsche Telefonkarte geht in Äthiopien gar nicht. Anscheinend gibt es keinen Roamingvertrag. Hier kann aber nicht, wie in andern Ländern einfach in ein Handygeschäft gehen und eine kaufen. Es gibt keine Konkurrenz, es ist alles in Regierungshand. Deswegen gibt es die Karten nur beim stattlichen Telecommunication Büro. Wir laufen aber erst zum falschen, dort ist das Hauptquartier und die verkaufen auch keine Simkarten. Wir fragen überall rum, haben aber keinen Erfolg, bis wir einen hilfsbereiten Studenten treffen, der mit uns zum richtigen Büro läuft. Wir müssen ein Formular ausfüllen, brauchen einen äthiopischen Bürgen und ein Passfoto. Ich flitze schnell zum Campingplatz, um die Fotos zu holen. Da sich das Büro direkt schräg gegenüber vom Bahnhof befindet, ist es nicht weit zu Wim’s. Als ich zurückkomme, will mich die Security nicht mehr reinlassen, da das Büro gerade zu gemacht hat. Da kommen Pat und Ammanuel entgegen und dann darf ich doch rein. So bekommen wir schließlich unsere neue Simkarte für 85 Birr. Das Guthaben kann man überall kaufen – ein Glück!

runterwegs zu Besuch in Addis Abeba

Endlich können wir Paul anrufen. Er hat alles mit seiner Mutter geklärt. Da sie heute Abend Gäste haben, können wir entweder sofort kommen oder gegen 21 Uhr. Sofort schaffen wir nicht, also verabschieden wir uns noch bei ein paar Bier bei den anderen Travellern und zahlen Wim. Ärgerlich ist, dass seine Frau uns gesagt hatte, dass wir 120 Birr fürs Camping zahlen müssen, aber Wim will 150 Birr. Na toll, gut dass wir nicht länger auf dem Platz bleiben müssen. Die Straße zu Pauls Haus ist die schlimmste Straße die wir jemals gefahren sind, aber die Lage über der Stadt und der tolle Blick entlohnt dafür mehr als genug. Wir lernen die Gäste kennen, die zum großen Teil auch Deutsche sind und bekommen auch noch sehr leckeres Essen. Nachdem die Gäste sich verabschiedet haben, trinken wir noch ein Bier mit Paul und seiner Mutter Lena. Eigentlich wollten wir ja noch weggehen, sind aber alle zu müde.

Als wir am nächsten Morgen aufstehen trauen wir unseren Augen nicht: ein weißes Pferd grast im Garten. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit sehr guten, knusprigen Brötchen, machen wir uns weiter auf die Suche nach Reifen. Inzwischen haben wir rausgefunden, dass auch die Größeren auf unsere Felgen passen. Der eine Händler hat nur Straßenprofil, der andere zumindest Reifen die auch Pistentauglich sind. Ein so gutes Profil, wie wir jetzt haben, können wir nicht auftreiben. Dann scheitert der ganze Kauf daran, dass wir bei keiner Bank genug Geld bekommen, obwohl wir noch genug Kredit haben. Später erfahren wir von Lena, dass die Automaten nicht funktionieren, wenn das Internet nicht geht und das fällt öfter aus. Wir genießen ein Sundowner Bier im Garten mit Blick auf Addis mit Lena und Paul. Den Abend verbringen wir mit Lena und kochen gemeinsam. In die Stadt schaffen wir es dann nicht mehr zum Ausgehen, aber wir laufen noch in eine kleine, lokale Bar. Dort sind vor allem junge, äthiopische Männer und nur drei Frauen. Sie begrüßen uns alle herzlich und einer setzt sich gleich zu uns. Leider ist aufgrund unserer nicht vorhandenen amharisch-Kenntnisse und seines wenigen Englisch die Unterhaltung recht kurz. Dennoch fühlen wir uns willkommen. Das Bier kostet vom Fass für 0,4 L nur 7 Birr. Dann ist das Bier alle und die ganze Kneipe fängt an Supermit-Schnaps zu trinken, da gehen wir lieber. Wir haben ja auch noch einen längeren Spaziergang bergauf zurück zu Lenas Haus vor uns.

Blick über Addis Abeba Äthiopien

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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