Tod einer Hyäne im Mikumi NP

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Wir schauen uns gemeinsam mit Patricks Eltern die Innenstadt von Dar es Salaam an und kaufen Tickets am Busbahnhof. Dann fahren wir mit dem Bus zur Tan Swiss Lodge und machen einen Game Drive im Mikumi Nationalpark.

Nachdem wir uns so schön entspannt haben auf Zanzibar, sind wir fit um uns am 22. August 2011 die Innenstadt von Dar es Salaam anzuschauen. Dazu lernen Patricks Eltern wieder ein neues Verkehrsmittel kennen – das Dalla Dalla (so werden die Sammeltaxis in Tansania genannt). Mit diesem fahren wir bis zur Kigamboni-Fähre und dann geht’s zu Fuß in die Innenstadt. Ich erstehe bei einem Straßenhändler eine neue Uhr und Patricks Vater eine Kameratasche und wir haben viel Spaß beim Preis verhandeln. Vor allem Patricks Vater verwirrt die Händler mit seiner Verhandlungstechnik. Außerdem fahren wir mit dem Taxi zum Busbahnhof, um die Tickets für den Bus nach Mikumi zu kaufen und herauszufinden, wann er losfährt. Der Taxifahrer fährt uns in den Busbahnhof herein. Die Tickets gibt es aber nur außen und um rauszukommen sollen wir ein Gebühr bezahlen, da wir kein gültiges Busticket besitzen. Wir trauen unseren Ohren nicht. Nach einigem Diskutieren dürfen wir ohne zu zahlen passieren und können die Fahrscheine kaufen für 12000 Tsh pro Person. Die Rückfahrt können wir hier nicht kaufen, sondern müssen dafür extra von der Tan Swiss Lodge aus in die kleine Stadt Mikumi fahren. Nach ein paar Stunden rumlaufen in Dar es Salaam wollen wir schnell wieder an den Strand zurück. Die Stadt ist wirklich keine Schönheit. Wir finden auch kein schönes Café und essen schließlich eine Pizza in einem Einkaufszentrum. Neben uns lauter Geschäftsleute, die hier ihre Mittagspause verbringen.

Abenteuer Busfahrt nach Mikumi

Bevor wir zum Mikumi Nationalpark fahren, erholen wir uns noch einen Tag am Meer. Cyril und Denise fahren schon los, sie wollen auch dorthin. Am nächsten Morgen müssen wir wieder sehr zeitig los, damit wir den Bus um 9:30 Uhr erwischen. Denn der Busbahnhof befindet sich am anderen Ende der Stadt und der Verkehr ist unberechenbar. Um 7:15 Uhr holt uns ein Taxi ab. Als wir schon den halben Weg gefahren sind, merken Patrick und ich, dass wir unsere Reisepässe vergessen haben. Also müssen wir wieder zurück. Jetzt wird die Zeit doch knapp. Nach der Fähre, auf die wir zu Fuß gehen, suchen wir uns ein weiteres Taxi und haben Glück: Der Fahrer kennt alle Schleichwege und bringt uns in Rekordzeit trotz dichtem Verkehr zum Busbahnhof. Dort ist es gar nicht so einfach den richtigen Bus auf dem riesigen Busbahnhof zu finden. Schließlich haben wir aber sogar noch Zeit, um uns zum Frühstück, Kekse, Samosas und Maandazis zu kaufen. Neben vielen Ständen gibt es viele fliegende Händler die am und im Bus Getränke, Essen, gebrauchte Bücher und Uhren verkaufen. An jeder Station, an der der Bus hält stürzen die Händler auf den Bus zu – das ist „Drive-in- Shopping“. Sogar geschnitzte Stühle kann man kaufen. Wir gönnen uns ein paar leckere geröstete Cashewnüsse (Preis für ein kleines Röllchen 1000 Tsh). Auf der Fahrt durchqueren wir auf der A7 schon den Mikumi Nationalpark. Patricks Mutter hat gesagt sie würde in Afrika gerne Giraffen, Elefanten und Affen sehen. Schon vom Bus aus sehen diese Tiere gesehen. Alle unsere Mitreisenden, unter denen auch ein Massai Krieger ist, zeigen uns aufgeregt die Tiere. Es ist schon Wahnsinn, wie schnell der Bus durch den Park und auch über die Speed Bumps rast.

"Unterwegs

Der Bus hält auf Anfrage direkt vor der Tan Swiss Lodge. Wir werden sehr freundlich von einer jungen Schweizerin begrüßt und bekommen unsere Zimmerschlüssel. Als wir die Zimmer sehen, sind wir begeistert (50 US $ pro Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet). Sie sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Es gibt eine tolle Afrika- Tagesdecke auf dem Bett mit passenden Kissen, TV, Klima Anlage und ein richtig schönes Bad. Cyril und Denise sind auch schon angekommen. Spontan laden Patricks Eltern die beiden ein, morgen mit auf den Game Drive im Mikumi Nationalpark zu kommen. Denn bei der Tan Swiss Lodge bucht man das Safarimobil mit Fahrer für den ganzen Tag für 190 US $, wobei bis zu sechs Personen mitfahren können. Später lernen wir Josef – den Schweizer Besitzer der Lodge kennen, der aus demselben Dorf wie Cyril und Denise kommt. Abends lassen wir uns leckere Schweizer Gerichte im Restaurant schmecken, viel Rösti und viel Käse.

Morgens stärken wir uns vor der Abfahrt beim reichhaltigen Frühstücksbuffet. Es gibt sogar echten Espresso in Selbstbedienung. Eigentlich dachte ich so früh am Morgen um 6:30 Uhr hab ich keinen Hunger, aber bei so leckerem Essen kommt der Appetit dann doch. Um 7 Uhr besteigen wir unser offenes Safarimobil. Der Eingang zum Mikumi Nationalpark ist einige Kilometer weg, aber wir fahren auf der A7 schon durch den Park und machen eine traurige Entdeckung: eine Hyäne wurde angefahren und liegt tot auf der Straße. Von so nahem haben wir noch nie eine Hyäne gesehen. Hinter uns kommen Ranger und schieben die Hyäne mit Stöcken von der Straße weg. Am Eingangstor des Mikumi Nationalparks zahlen wir alle den Eintritt von 20 US $ pro Person. Wir entdecken, dass man dort jetzt sogar Walking Safaris machen kann. Innen gibt es eine kleine Ausstellung, die u.a. auch Fotos von allen möglichen Tieren zeigt, die auf der A7 von Autos angefahren wurden – sogar ein Hippo. Traurig, dass sich die Autofahrer, vor allem die Busfahrer, nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

 Game Drive im Mikumi Nationalpark

Die Landschaft im Mikumi ist toll und tierreich. Vor allem gibt es sehr viele Giraffen. Ein Highlight ist auch eine große Büffelherde, die faul in der Sonne liegt. Wir begegnen mehreren Elefantenfamilien, sehen Hippoköpfe im Hippo-Pool, Krokodile, Wildebeasts und verschiedene Antilopen. Über die Paviane freut sich am meisten Patricks Mutter. Einen Adrenalinschub bekommen wir, als uns ein Elefantenbulle wütend hinterherrennt und laut trompetet. Erst stand er noch ganz friedlich da, dann haben wir ihm wohl zu viel fotografiert. Leider war der Motor unseres Landrover-Safarimobils aus. Da machte uns Cyrils Kommentar: „Landrover springen nicht immer gleich an“ nicht mehr Mut. Der Fahrer konnte den Motor gleich starten und uns sicher außer Reichweite des Elefanten bringen. Die Mittagspause verbringen wir in einer Lodge im Park und beobachteten Elefanten und Büffel beim Planschen im Wasserloch während wir uns ein Bier mit Pommes (erstaunlicherweise nicht allzu teuer) schmecken lassen. Nachdem die größte Mittagshitze vorbei ist, fahren wir auf die andere Seite des Parks, wo wir nur Giraffen und Impalas antreffen. Nur Löwen können wir nirgends finden, dafür werden wir mit der Sichtung eines Leoparden entschädigt, der plötzlich vor unserem Auto aus einem trockenen Flussbett hüpft. Leider nur Bruchteile von Sekunden, so dass keinem ein Foto gelingt.

Safari im Mikumi Nationalpark

Nachdem der Fahrer die anderen in der Lodge abgeliefert hat, fährt er uns noch nach Mikumi, um die Tickets für die Busfahrt zurück nach Dar es Salaam zu kaufen. Das Büro hätten wir allein nicht gefunden – so unscheinbar ist es. Unerklärlicherweise sind die Fahrkarten etwas billiger als für die Hinfahrt (10.000 Tsh pro Person) und wir können wieder bei der Tan Swiss Lodge vor der Tür einsteigen. Nochmal genießen wir ein schweizerisches Abendessen gemeinsam mit Cyril und Denise und später gesellen sich noch Josef mit seiner tansanischen Frau und die junge Schweizer Mitarbeiterin hinzu. So wird es ein gelungener Abschlussabend. Am nächsten Tag sind wir überrascht, dass es beim Buffet ganz andere Sachen gibt, als am Vortag und alles schmeckt wieder ausgezeichnet. Diesmal haben wir auch etwas mehr Zeit fürs Frühstück. Pünktlich kommt der Bus und wir sind froh, dass wir reservierte Plätze haben, denn der Bus ist total voll. Nochmal sehen wir ein paar Tiere bei der Fahrt durch den Mikumi und kommen wohlbehalten am späten Nachmittag in Dar es Salaam an.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

2 Kommentare

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