500 Tage runterwegs und noch keine Ende in Sicht

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Heute, am 9. Januar 2012, sind wir schon 500 Tage runterwegs. Dies möchten wir zum Anlass nehmen einmal die Afrika-Reise durch Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, Ruanda, Tansania, Malawi, Sambia und Namibia bis jetzt Revue passieren zu lassen.

Reisestart 2010 in Deutschland mit Hindernissen

Los ging es Ende August 2010 in Berlin: Wir haben die meisten unserer Sachen verkauft, unsere Wohnungen aufgegeben und den Rest ins Lager gebracht. So starteten wir unsere Verabschiedungs-Tour durch Neuss, Düsseldorf. Bayreuth, Isny und Leutkirch. Auf dem Weg ins Allgäu hatten wir Pech und der Kühler leckte und lief innerhalb Minuten leer. Wir schafften es mit Ach und Krach ans Ziel, indem immer wieder anhielten und Wasser nachfüllten. In Leutkirch wurde fix ein gebrauchter Kühler bestellt und eingebaut. Danach machten wir uns auf nach Banosch/Ungarn, um im Ferienhaus von Patricks Onkel letzte Hand an den Hanomag anzulegen.

Da konnten wir nicht ahnen, dass aus einer Woche drei Monate werden würden. Denn dort stellte sich heraus, dass der Zylinderkopf zwei große Risse hatte und Dichtungen porös waren. Während der Ersatzteilbeschaffung und Einbau zogen die Tage ins Land. Bei der Probefahrt fuhr uns dann auch noch ein BMW an. So vergingen noch ein paar Wochen, bis alles geregelt war. Dafür haben wir jetzt eine neue, moderne Standheizung.

Planänderung: Mit der Fähre nach Ägypten

Inzwischen war es Ende Dezember und so entschlossen wir uns, nicht wie geplant über Türkei, Jordanien und Syrien zu fahren. Stattdessen nahmen wir die Fähre von Venedig nach Alexandria. Auf dem Weg in den Sinai verbrachten wir unfreiwillig einen langen Nachmittag mit dem ägyptischen Militär und Geheimdienst. Weihnachten feierten wir in Nuweiba mit einem Kebab-Teller und Sekt am Roten Meer. Silvester ging es nach Kairo, natürlich ließen wir uns auch die berühmten Gizeh-Pyramiden nicht entgehen. Das erste Highlight der Reise war unbestritten die Weiße Wüste.

Weiße Wüste Ägypten

Mit der Fähre über den Lake Nasser setzen wir in den Sudan über. Dort lernten wir die arabische Gastfreundschaft schätzen und wurden vom Tee-Mann zum Tee und Kaffee sowie von LKW-Fahrern zum Abendessen eingeladen.

Was wir immer mit Äthiopien verbinden werden sind die „You, You, You“ Rufe der Kinder. Aber auch die wundervolle Berglandschaft und vor allem die hilfsbereiten Menschen, das für uns leckerste Essen in Afrika und die besten frisch gepressten Säfte.

In Kenia erlebten wir das wirkliche Abenteuer auf der Turkana-Route: Tagelang einsame Landschaft, kein anderes Auto, steinige Pisten, herzliche Stammesleute und ein See mit Mondlandschaft. An der Massai Mara begegneten wir den ersten wilden Tieren und genossen die Wildnis am Lagerfeuer.

Uganda, ein wundervolles Land aus grünen Bergen, großen Seen und hilfsbereiten Menschen. Von David, einem ugandischen Campingplatzbesitzer, bekamen wir einen großen Beutel voller frischer Kräuter, Gemüse und Salat geschenkt – sogar Basilikum war dabei. Es war ein unvergleichliches Erlebnis auf dem Nil zu raften.

White Water Rafting auf dem Nil in Uganda

Durch Ruanda wollten wir eigentlich schnell durch und blieben dann an unserem ersten Stop Gisenyi fast vier Wochen, weil es so schön war am Lake Kivu – nur einen Steinwurf vom Kongo entfernt. Wir lernten dort so viele Menschen kennen, dass wir auf dem Markt immer ein bekanntes Gesicht trafen. So fühlten wir uns bald heimisch.

Tansania begrüßte uns mit einer Reifenpanne und beim Versuch ihn zu wechseln ging das Werkzeug kaputt. Unsere Retter waren die Mitarbeiter der Straßenbaufirma Strabag. Sie wechselten nicht nur in Windeseile den Reifen, sondern luden uns ein, die Nacht im klimatisierten Bungalow zu verbringen und gaben uns dazu noch ein paar Bier und Essen aus. In Arusha trafen wir den Fahrradfahrer Elvis wieder, den wir im Sudan kennengelernt hatten. Nur dass er zwischenzeitlich schon nach Südafrika geradelt und wieder nach Hause geflogen ist.

Zurück nach Kenia ging es für eine Auszeit an den Tiwi Beach. Dort genossen wir den traumhaft weißen Strand unter Palmen und saßen jeden Abend mit netten Leuten am Lagerfeuer.

Als wir wieder nach Tansania einreisten, hatten wir erneut Probleme: der Kühler leckte. Doch mit Zweikomponenten-Kleber ließ sich das Loch stopfen. In Dar es Salaam besuchten uns Patricks Eltern. Mit ihnen verbrachten wir ein paar schöne Tage auf Sansibar und machten eine Safari im Mikumi Nationalpark.

Mikumi Nationalpark Tansania

Später trafen wir auf einen noch älteren LKW – ein Schweizer Mowag und verbrachten noch mehr Strandtage am malerischen Lake Malawi auf tansanischer Seite. Relaxen am See setzten wir auch in Malawi fort. In Lilongwe gab es seit langem mal wieder leckere Baguettes. Sonst gab es auf dem Land wirklich hauptsächlich Tomaten und Zwiebeln und manchmal Fleisch. Nur Diesel gab es nicht.

In Sambia besuchten wir zum ersten Mal mit unserem Hanomag zwei Nationalparks – den South Luangwa und den Kafue Nationalpark und sahen die ersten Löwen. Zambia wird uns als das Land der vielen Hippos und Flüsse in Erinnerung bleiben. Sogar schwimmen waren wir im Zambezi – in Sichtweite der Hippos.

Zurzeit sind wir immer noch in Namibia, wo wir einiges an Pech hatten: erst ein Reifen geplatzt, Ersatzreifen auch kaputt, beide Blattfedern hinten und Verenas Finger gebrochen. Als kleine Entschädigung verbrachten wir eine tolle Woche auf der Farm Otjirukaku und lernten dort die Lebensweise der Buschleute kennen.

Besuch bei San Buschmännern in Namibia

Weihnachten 2011 verbrachten wir in Kamanjab und genossen ein leckeres Menü inklusive vier Sorten Wildfleisch (Oryx, Zebra, Eland, Kudu). Auch Silvester feierten wir hier unter dem Motto Cowboy – natürlich mit Country-Livemusik zusammen mit ein paar Reisenden und den Farmern aus der Gegend.

Als nächstes schauen wir uns noch Twyfelfontein, Swakopmund und die Namib an und sind immer noch auf der Suche nach Blattfedern. Dann geht es weiter nach Südafrika. Dort wollen wir ein wenig verweilen und dann wollen wir uns noch Mosambique, Botsuana, Simbabwe und Südmalawi anschauen. In welcher Reihenfolge entscheiden wir spontan.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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