ALLRAD – ABENTEUER – AFRIKA

28.08.2010 – wir steigen in unseren Hanomag und machen uns auf den Weg von Berlin in Richtung Südafrika.

Zu diesem Zeitpunkt dachten wir, dass wir für ca. ein Jahr runterwegs sein werden und dann in ein sogenanntes normales Leben zurückkehren werden. Wir wären nie auf die Idee gekommen, dass diese Reise 6 Jahre dauern sollte und sich daraus ein für uns neuer Lebensstil ergibt, der bis heute andauert.

WIr essen gemeinsam mit LKW Fahrern aus dem Sudan an der Grenze zu Äthiopien

In Ägypten haben wir die Pyramiden bestaunt und im Sudan die Gastfreundschaft sudanesischer LKW Fahrer erfahren. Äthiopien hat uns vor allem mit seiner leckeren lokalen Küche begeistert, in Kenia entdeckten wir unseren ersten frei lebenden Elefanten direkt am Straßenrand.

Elefant in Kenia am Strassenrand

Auf einer Insel im Lake Victoria in Uganda haben wir wunderschöne Sonnenuntergänge genossen, bevor wir uns in Ruanda mit der tragischen Geschichte des Landes beschäftigt haben. In Tansania erkundeten wir gemeinsam mit meinen Eltern die Tierwelt Afrikas auf einem Game-Drive im Mikumi Nationalpark. Auch ein Besuch Sansibar mit seinen traumhaften Stränden durfte natürlich nicht fehlen.

Sonnenuntergang auf Sansibar

Malawi, das nächste Land auf unserer Reise, haben wir nur schnell durchquert, da es zu diesem Zeitpunkt keinen Diesel zu kaufen gab und in Folge dessen auch alle Regale in den Läden leer waren. Zu einem späten Zeitpunkt sind wir aber wieder zurück nach Malawi und das „Warm Heart of Africa“ wurde für 1,5 Jahre unsere Heimat.

Mit dem Hanomag in Malawi

In Sambia und Simbabwe haben und vor allem die wilden Nationalparks (South Luangwa NP in Sambia und Hwange NP und Mana Pools in Simbabwe) in ihren Bann gezogen. In Namibia konnten wir einen Ochsen vor dem Ertrinken retten, indem wir ihn mit unserem Hanomag aus einem Wasserkanal zogen.

Wir haben es geschafft & den afrikanischen Kontinent durchquert

Südafrika, das eigentliche Zeil unserer Reise haben wir nach knapp 2 Jahren erreicht und unseren Hanomag bei Freunden in Johannesburg abgestellt und sind dann zurück nach Deutschland geflogen. 

Wir haben schnell gemerkt, dass unser altes Leben endgültig vorbei ist und sind zurück zu unserem mobilen Zuhause geflogen um weiter zu Reisen.

Swimming Pool, Elephant Sands, Botswana

Aber auch unsere Reise hat sich genauso wie wir verändert, denn nun war klar, wir haben kein Reiseziel mehr – das Leben als Reisende war unser neuer Lebensstil. Unser Weg führte uns nach Botswana, Simbabwe, Malawi und Sambia. Wir blieben immer länger an einzelnen Orten, vor allem am Lake Malawi, wo ein riesiger Mangobaum für 8 Monate unser Zuhause wurde.

Riesiger Mangobaum in der Fat Monkey Lodge in Cape Maclear, Malawi

Überfall in der Nacht – uns trifft der Albtraum aller Reisenden

Leider haben wir gerade dort auch unsere schlimmste Erfahrung gemacht, wir wurden nachts überfallen und Verena dabei schwer verletzt. Um ihren Arm zu retten, musste eine komplizierte, mehrstündige OP und eine 3-monatige Physiotherapie durchgeführt werden. Dafür blieben wir noch in Blantyre, Malawi, aber bald wurde klar, das Trauma des Überfalls ist zu schlimm für Verena und wir können so nicht weiterreisen. Wir sind dann zurück nach Berlin, damit Verena eine Vollzeit-Traumatherapie machen kann. Unmittelbar nach dem Ende der Therapie sind wir dann auch wieder nach Malawi um weiterzureisen. Wir wollten uns unseren Traum nicht von vier Idioten zerstören lassen.

Dies war die richtige Entscheidung, da wir auch dann noch unglaublich tolle Erlebnisse und wertvolle Freundschaften in Afrika geschlossen haben.

2016 wurde uns bewusst, Reisen in Afrika ist mittlerweile viel zu sehr Alltag und wir können uns nicht mehr so begeistern wir die Jahre zuvor. Schweren Herzens beschlossen wir unserem Hanomag auf eine Kreuzfahrt zurück nach Europa zu schicken.

Dort hat Verena die Chance genutzt und sich weitergebildet und ich habe als Reiseleiter in Irland und Südafrika gearbeitet, um genug Geld zusammenzubekommen und den Hanomag komplett neu auszubauen.

2018 gab es eine weitere wichtige Veränderung in unserem Leben – wir haben geheiratet.

Außerdem war klar, wir wollen weiterreisen und so haben unserem Oldtimer LKW eine Generalüberholung spendiert und uns anschließend auf den Weg gemacht u Frankreich, Spanien, Marokko und Portugal bereist.

Ein neues Kapitel beginnt

In Spanien ist dann etwas passiert, was wir nie für möglich gehalten hätten – wir haben uns im Frühjahr 2020 Land gekauft. Jetzt sind wir stolze Eigentümer einer Olivenfarm in Andalusien – unsere Finca Zorrera. Eine perfekt Homebase für uns – nur 30 Minuten an den Atlantik, 50 km in die nächste Großstadt (Sevilla) und nur 100 km bis nach Portugal.

Und sollte uns die Sehnsucht nach Afrika wiederpacken – und das passiert mit Sicherheit bald wieder – ist es nicht weit bis zur Fähre nach Marokko. Auch auf unserem Grundstück sind wir unserem Hanomag treu geblieben und leben weiterhin in unserem langjährigen, treuen Begleiter, seit 2020 gemeinsam mit unserem Hund Zorro.

Wir freuen uns immer über netten Besuch und Helfer auf unserer Finca Zorrera und haben auch genug Platz für große Fahrzeuge 🙂

Schreib uns, wenn Du vorbeikommen möchtest!