Bewährungsprobe für den Hanomag in Ungarn

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Nachdem wir die Grenzen zwischen Österreich und Ungarn passiert hatten, kam ein Schild: Verbot für LKWs geradeaus zu fahren. Wir mussten links abbiegen – LKW werden wohl um den Grenzort herum geleitet.

Mit dem Hanomag am Kis Balaton

Wir fuhren durch kleine, typisch ungarische Dörfer. Die Straßen wurden immer schlechter, und schmaler. Wir wurden kräftig durchgeschüttelt – einer kleiner Vorgeschmack auf Afrika. So konnten wir später nachschauen, was wir hinten im Koffer noch besser befestigen müssen. Nach einiger Zeit nur noch ein Viertel Tank, aber ewig kam keine Tankstelle. Wir suchten über Navi eine Tankstelle, die hatte aber zu. Langsam wurde es dringend. Zum Glück kam dann doch noch eine. Schwein gehabt! Zu unserer Überraschung war der Sprit in Ungarn viel teurer, als in Österreich. Irgendwann zeigte das Navi unweit rechts von uns Wasser an. Das müsste doch der Plattensee sein, dachten wir. Spontan, entschieden wir uns, abzubiegen und folgten der Straße in Richtung Wasser. Dann kam ein Schild, das anzeigte, rechts abbiegen zum Kis Balaton. Die Straße führte mitten über den See, gesäumt von Anglern rechts und links. Wir fuhren einmal hin und zurück. Dann hielten wir und wollten den Blick genießen. In dem Moment lief der Kühler wieder heiß. Also abwarten, dann etwas Wasser nachgießen. Der Verlust war aber gering. Es hatte zudem kein Wasser quer durch den ganzen Motorraum gespritzt, wie auf dem Weg nach Isny. Wie wir da so standen mit offener Motorhaube, hielt gleich ein hilfsbereiter Ungar neben uns. Leider war die Verständigung schwierig, denn er konnte weder Deutsch noch Englisch und wir leider auch kein Ungarisch. Wir genossen trotz allem und tausenden Mücken die Abendstimmung am See. Der Motor sprang an, der Kühler hatte wieder normale Temperatur und wir konnten weiterfahren.

Wir kamen auf eine richtig gute, neue Straße – richtig entspannend. Danach lotste uns das Navi auf sowas wie eine Schnellstraße, plötzlich sahen wir ein Schild: irgendwas mit „Toll“ (Maut) ab 3,5 Tonnen und Videoüberwachung stand drauf. Toll, nun waren wir auf der Straße, umdrehen ging nicht, es kam auch keine Abfahrt. Im Internet hatten wir vorher nur was über Mautpflicht auf Ungarns Autobahnen gelesen. An der Grenze stand auch nur ein Schild mit „Toll“ über 10 Tonnen. Lange waren wir eh nicht auf der Schnellstraße, falls wir Strafe zahlen müssen, war das wirklich ein teures, kurzes Vergnügen. Und besonders gut war die Straße auch nicht. Danach kam noch mal ein Endspurt durch das Mecsek-Gebirge bis Orfü, wo wir gegen 22 Uhr am Ferienhaus ankamen. Nach einem schnellen Pasta-Abendessen, fielen wir todmüde ins Bett, nach zwei Tagen Fahrt im Auto kein Wunder. Am nächsten Tag googelten wir gleich nach Maut in Ungarn, laut offizieller, ungarischer Webseite waren die Straßen auf denen wir gefahren sind auch für LKW über 3,5 Tonnen nicht mautpflichtig. Dank Navi konnten wir unseren Weg ja genau nachverfolgen, da es unsere gefahrene Route aufzeichnet. Weiterhin fanden wir heraus, dass es sich beim Kis Balaton um den Kleinen Plattensee handelt. Das Sumpfgebiet ist ein natürlicher Filter für das Wasser des Balaton. Er dehnt sich auf 22 Kilometer Länge aus und besteht aus zwei Seen: Fenéker und Hídvéger.

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hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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