Chillen auf den Ssese Islands

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Zu den Ssese Islands gelangt man nur mit einer Fähre – das ist mit dem Hanomag oft ein schwieriges Unterfangen. Am Ende setzen wir sogar kostenlos über und verbringen entspannte Tage im Hornbill Camp, bevor wir nach Masaka weiterfahren.

Am 27. April 2011 wollen wir mit der Fähre von Entebbe nach Kalangala auf Bugala Island fahren, der größten Insel der Ssese Islands. Der Fährableger ist nicht so einfach zu finden, es gibt keine Schilder und so stehen wir plötzlich vor dem internationalen Flughafen wo alle Fahrzeuge durchsucht werden, vor dem Reinfahren. Nachdem wir erklären, dass wir gar nicht zum Flughafen wollen, dürfen wir ohne Durchsuchung wenden und wir bekommen den Weg erklärt. Leider biegen eine zu früh ab und stehen in eine Sackgasse. Vor einem UN-Gebäude, wo einen große Schilder darauf hinweisen, das man hier auf keinen Fall anhalten darf, erklären uns die netten Security-Leute nochmals den Weg. Einer zeichnet uns sogar eine Karte inklusive Hanomag „Look, this is your car!“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Diesmal finden wir zur Fähre. Die schlechte Nachricht ist, dass man keine Tickets mehr im Voraus kaufen kann, erst wenn man auf die Fähre fährt bekommt den Preis gesagt. Das erfahren wir vom hilfsbereiten Marketing-Mann des Ssese Habitat Resorts, den wir in der Wartehalle kennenlernen.


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Kostenlose Fähre auf die Ssese Islands

Es gibt aber noch eine Fähre von Bukakata nach Luku, die kürzer fährt und umsonst ist. Wir entscheiden uns die Mehrkilometer in Kauf zu nehmen und gleich loszufahren. Denn wenn wir auf die Fähre in Entebbe warten, um den Preis zu verhandeln, ist es zu spät, um noch nach Bukakata zu fahren. Leider ist die Zufahrt von der asphaltierten Hauptstraße nach Bukakata richtig schlecht, vor allem da es hier kurz vorher geregnet hat. Dafür haben wir Glück und erwischen die letzte Fähre des Tages und sie ist wirklich umsonst. Da die einzige Unterkünfte in der Hauptstadt der Inselgruppe Kalangala sind, müssen wir von Luku aus über die halbe Insel fahren, um das Hornbill Camp zu erreichen. Man kann sich nicht verfahren, da es nur eine ziemlich schlechte Piste gibt. Erschöpft kommen wir im Dunkeln beim Hornbill Camp an, das wir dank Beschilderung leicht finden. Unser Navi lädt aus irgendeinem Grund nicht mehr und kann uns deshalb nicht weiterhelfen. Den Abend beenden wir mit einem Bier mit dem deutschen Besitzer des Campingplatzes Diker an der herrlich rustikalen Bar.

Sonnenuntergang auf den Ssese Islands in Uganda, Afrika

Pub Crawl durch die lokalen Bars in Kalangala

Erst am nächsten Morgen offenbart sich uns, wie toll der Platz direkt am Strand des Lake Victoria gelegen ist. Alles ist schön naturbelassen mit vielen Bäumen. Es gefällt uns so gut, dass wir eine ganze Woche hier bleiben. Jeden Tag kommen neue Leute an, so treffen wir auch Martin wieder, den wir in Jinja kennengelernt haben. Wir sind froh, dass wir viele Essensvorräte dabei haben, denn die Auswahl in Kalangala ist sehr begrenzt und natürlich teurer als auf dem Festland. Also beschränken wir uns darauf neues Toastbrot zu kaufen. Diker bringt uns das Spiel „Golf“ bei, das man mit Skatkarten spielt. Wir verbringen zwei Tage damit, mit Diker „Golf“ zu spielen. Zwischendurch kommen andere Leute zum quatschen dazu. Tiba, der die Bandas bei Diker mit tollen Bildern verziert, zum Beispiel oder Thomson, der als Guide arbeiten und Touristen die Regenwälder auf der Insel zeigt.

Und auch ein Freund von Diker, der wie wir später erfahren, Polizist ist, schaut öfter mal vorbei. So erfahren wir viel über das Leben in Uganda. Mit dem Holländer Walter, der als Architekt in Kampala arbeitet und seiner Freundin Helen beschließen wir am Lagerfeuer noch einen Pubcrawl zu machen und trinken im Dorf am Fähranleger in verschiedenen lokalen Minikneipen warmes Bier und stellen fest, dass wir kein Bier mit Sorghum mögen. Trotzdem haben wir einen Heidenspaß. Das tolle am Hornbill Camp ist, dass es jeden Abend ein großes Lagerfeuer gibt, an dem sich alle Gäste versammeln. So lernen wir noch einen russischen Backpacker kennen, zwei Deutsche, die als Volontäre in Entebbe arbeiten und die ebenfalls deutschen Backpacker David und Annemarie, die aber schon einen Tag nachdem wir ankommen wieder abreisen.

Hornbill Camp auf den Ssese Island in Uganda, Afrika

Der beste Burger seit langem in Masaka

Am 4. Mai machen wir uns gemeinsam mit Martin auf den Weg nach Masaka. Ich kann mich entspannen, denn für heute übernimmt Martin die Aufgabe des Hanomag-Winkbeauftragten. Wir setzten Martin bei den Masaka Tourist Cottages ab, denn uns ist die Campsite mit 9000 Ush pro Person zu teuer, es gibt dort auch keinen guten Platz für den Hanomag und es ist ziemlich weit von der Stadt weg. Das Personal ist aber sehr freundlich. Deswegen fahren wir erstmal in die Stadt zum Lebensmittel shoppen. Dort lernen wir an einem Rolex-Stand den Volunteer David kennen, der uns Café Frikadellen für leckere Burger empfiehlt. Das Restaurant gehört zur dänischen Hilfsorganisation Uganda Child Care, wo David arbeitet. Wir sollen seinen Chef einfach mal ansprechen, ob wir dort übernachten können.

Als wir beim Café Frikadellen ankommen, werden wir schon erwartet. Ein junger kenianischer Mitarbeiter fährt uns mit dem Auto zum dänischen Chef. Er hat einen schönes Grundstück mit Bandas für Gäste und Sponsoren der Hilfsorganisation. Hier können wir gegen eine kleine Spende campen, es gibt sogar einen Swimming Pool. Von der Bar aus hat man ein tolle Aussicht über die Stadt. Das Angebot nehmen wir gerne an. Zunächst wollen wir aber im Café Frikadellen Abendessen. Es lohnt sich, die Burger und Fruchtsäfte sind hervorragend. Wir nehmen die Restaurant-Managerin mit zum anderen Grundstück, die ganz begeistert ist vom Hanomag fahren. Nach einem Bier und einer langen Unterhaltung mit dem Security, der schon die amerikanische Botschaft in Bagdad bewacht hat, fallen wir todmüde ins Bett.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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  1. Pingback: Hoch hinaus und zurück – der Hanomag erklimmt Livingstonia - runterwegs

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