Chloe Park aus Südkorea – mit dem Backpack seit 4 Jahren auf Weltreise

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Alleine reisen ist eine ganz andere Erfahrung, aber ich würde es jedem empfehlen.“

Warum hast Du Dich entschieden, alleine zu reisen?

Ich reise lieber alleine, als in der Gruppe, weil ich so viel flexibler bin und mehr erlebe, d.h. Ich kann machen was auch immer ich will. Zum Beispiel habe ich in Nepal einen amerikanischen Reisenden getroffen, der mir erzählt hat, dass er in nur einer Stunde losfährt, um ein abgelegenes nepalesisches Dort zu besuchen. Also bin schnell in mein Zimmer gerannt, habe alles gepackt und bin einfach mitgefahren. Acht Stunden lang sind wir durch die Berge gefahren und dann hatte ich schließlich die Gelegenheit, Menschen kennenzulernen, die niemals woanders waren. Es war eine wunderbare Erfahrung, Zeit mit diesen nepalesischen Einheimischen zu verbringen.

Gibt es auch Nachteile?

Manchmal ist das alleine reisen natürlich auch nervig. Immer muss man seinen riesigen Rucksack mitnehmen – sogar wenn man man auf die Toilette muss. Glaub mir, das ist eine Herausforderung mit dem Backpack auf dem Rücken. Alleine reisen ist eine ganz andere Erfahrung, aber ich würde es jedem empfehlen. Probier es einfach mal aus und ich bin sicher, dass es Dir gefallen wird.

Bekommst Du manchmal Heimweh und wie gehst Du damit um?

Ja kla!. Um mich wie zu Hause zu fühlen, gehe ich in ein südkoreanisches Restaurant oder ich koche mir ein ähnliches Gericht, wenn es kein Restaurant gibt. Ich gucke mir dann auch gerne koreanische Filme und Comedy Shows an.

Enjoying life in Ubud, Indonesia – Foto: Chloe Park

Enjoying life in Ubud, Indonesia – Foto: Chloe Park

Hast Du ein Lieblingsland oder -ort?

Mein Lieblingsplatz ist Ubud auf Bali. Dort gibt es unberührte Strände, herrliche Natur, liebenswerte Menschen und eine exotische Kultur. Ich habe in Ubud zwei Monate in einem schönen Haus verbracht, wo ich morgens mit Segnungen der Einheimischen, die Zeremonien vor meinem Haus abhielten, in den Tag starten konnte. Außerdem habe ich Rohkost kennengelernt und bin gesundheitsbewusster geworden.

Dann gibt es in Ubud noch eine tolle Schule, die „Green School“ heißt, wo die Kinder in der Natur lernen können. Sie wurde von einem italienischen Designer gestaltet und hat keine Fenster. Jedes Kind besitzt sein eigenes Stück Land und muss sich um seine Pflanzen kümmern. Sogar einen natürlichen Pool gibt es und die Schüler können auf dem grünen Spielplatz spielen und barfuß rumrennen. Darüber hinaus kann man an Yoga- und Meditationskursen teilnehmen und das Restaurant bietet nur Rohkost an. Auf Bali möchte ich mal den Rest meines Lebens verbringen und ich kann nur jedem ans Herz legen, einmal hierhin zu kommen.

Nichts kann mich dazu veranlassen, mit dem Reisen aufzuhören.“

Du bist jetzt in Afrika, wie ist es hier als Frau allein zu reisen?

Oft habe ich Angst und wirklich, Afrika ist der härteste Kontinent, den man als Backpacker – besonders als Frau allein – bereisen kann. Manchmal gibt es keine planmäßigen öffentlichen Verkehrsmittel oder überhaupt gar keine. Dann muss man per Anhalter fahren, was auf diesem Kontinent wirklich nicht sicher ist. Hier zu reisen, ist eine echte Herausforderung, wie sonst nirgendwo. Aber ich habe es genossen exotische Märkte zu entdecken, lokales Essen zu probieren, jeden Tag von der Natur beeindruckt zu sein und nachts mit Stämmen zu tanzen. Afrika ist ein total aufregender Kontinent und ich mag ihn sehr. Eines Tages werde ich den ganzen Kontinent in einem Camper mit meiner eigenen Familie erkunden.

Sambia, Foto:Chloe Park

Sambia – photo by Chloe Park

Hast Du in Afrika oder woanders negative Erfahrungen gemacht?

Ich dachte immer, dass Leute, die beraubt werden oder ihre Sachen verlieren, unvorsichtig sind und naiv. Aber dann ist es auch mir passiert: Meine neue Spiegelreflex-Kamera, mein kleiner Fotoapparat und Geld wurden mir in einem Zug in Budapest gestohlen. Ich habe meine Kameratasche zwischen meine Beine geklemmt und bin für 20 Minuten eingeschlafen. Als ich aufwachte, war sie weg. In Windhoek in Namibia haben drei Jungs versucht, meine Tasche zu stehlen, während ich in eine Supermarkt einkaufen war. Ich habe ihnen gesagt: „Lasst los, niemand passiert was“, dann habe ich geschrien und nach den Sicherheitsleuten gerufen, aber alle haben einfach nur zugeschaut. In Durban in Südafrika hat ein Mädchen so getan, als würde sie mir den richtigen Weg zeigen und mir mein Geld geklaut – und das vor 100 Leuten, aber niemand hat mir geholfen. Als ich mich in einem Nachtbus in Indien hingelegt habe, ist mir aufgefallen, dass ein alter Mann versucht, mich zu begrabschen. Ich habe geschrien und die Sache dem Fahrer erklärt, der den Mann schließlich aus dem Bus geschmissen hat.

Schon 20 Mal in den letzten vier Jahren ist es mir passiert, das mir jemand seinen Atem ins Ohr gehaucht hat, wenn ich vorbeilief – zum Beispiel in Syrien, Italien und Spanien. Das ist echt eklig. Inzwischen kann ich voraussagen, wer mir ins Ohr pusten wird: Wenn ich ihnen auf der Straße auffalle und ich noch so ca. 1 Meter entfernt bin, tun sie so, als würden sie mich nicht sehen. Das ist der Hinweis, 100 Prozent pusten mir später ins Ohr.

Am Anfang meiner Reise hatte ich das noch nicht, aber jetzt habe ich immer ein Pfefferspray in der Hand, wenn ich nach Sonnenuntergang unterwegs bin. Aber nichts kann mich dazu veranlassen, mit dem Reisen aufzuhören. Auch wenn mir meine Sachen geklaut wurden und man mir ins Ohr gehaucht hat, ich werde weiterreisen, solange ich kann.

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

3 Kommentare

  1. Frank Ohlsen am

    tolles Interview. Chloe inpiriert, das ist klar.
    Genau wie euer Blog.
    Ihr müsst ein sehr glückliches Leben führen. Danke für eure Beiträge.
    Ich habe eure Seite mal bei mir auf meiner Bucket List erwähnt.
    Darf ich euch zu einem Beitrag zum Thema Glück einladen? Ich habe dazu eine Blogparade gestartet, die noch bis zum 17.01. läuft und inspirierende Beiträge sind herzlich willkommen.
    LG
    Frank

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