Chloe Park aus Südkorea – mit dem Backpack seit 4 Jahren auf Weltreise

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Welches Land hat Dich besonders überrascht und warum?

USA: Das Burning Man Festival findet jedes Jahr im August in Nevada statt. Dort habe ich Erfahrungen gemacht, die mir die Augen geöffnet und mich umgehauen haben. Es geht hier nicht nur darum zu trinken, Musik zu hören und Spaß mit Freunden zu haben – denn es ist nichtkommerziell, d.h. jeder teilt seine Fähigkeiten mit den anderen „Burnern“. Außerdem hat das Festival auf mich wie eine Fantasiewelt gewirkt. Ich weiß noch, wie ich mich gefragt habe: „ Das gibt’s doch gar nicht? Wie kann sowas möglich sein?“ Ich bin wirklich froh, dass ich beim Burning Man war. So wie dort sollten die Menschen auf der Welt zusammenleben. Bis ich sterbe, möchte ich jedes Jahr zum Burning Man gehen.

Kuba: Sehr früh am Morgen gehen die Leute ins Geschäft mit einem Schein, auf dem steht, wieviel sie im Moment bekommen können. Das Monatsgehalt liegt höchstens bei 20 bis 25 US$ monatlich und niemand kann sich seinen Job aussuchen – die Menschen haben keinerlei Freiheiten. Dennoch habe ich von morgens bis abends Musik auf den Straßen gehört und die Menschen tanzten fröhlich dazu und grüßten ihre Nachbarn. Mein Plan ist, diesen Frühling wiederzukommen.

Israel: Ich war drei Monate dort und konnte den Konflikt mit den palästinensischen Gebieten miterleben. Ich hatte das Glück sowohl bei Israelis, Palästinensern als auch Libanesen zu übernachten, die alle denselben Umstand ganz unterschiedlich beschreiben. Es scheint so, als würde der Krieg niemals enden. Das ist sehr traurig, aber ich konnte mehr über die Situation lernen. Ich hoffe sehr, dass ein Wunder geschieht und die Menschen hier friedlich zusammenleben können.

Mit Einheimischen in Kuba, Foto: Chloe Park

Mit Einheimischen in Kuba – photo by Chloe Park

Wie lange bleibst Du normalerweise in einem Land?

Ich gehe wirklich nicht gerne zu Botschaften, wo ich lange in der Schlange stehen muss, um mein Visum zu verlängern. Deshalb versuche ich in einem Land zu bleiben, bis mein Visum abläuft – meistens sind das ein bis drei Monate. In Israel bin ich zum Beispiel drei Monate geblieben, in den USA sechs Monate und in Europa drei Monate. Das war zwar nicht genug Zeit, dennoch bin ich ausgereist, bevor mein Visum ablief. Allerdings habe ich mich bemüht, meine Visa für Indonesien, Thailand und Südafrika zu verlängern.

Wo bist Du am längsten geblieben und warum dort?

Am längsten war ich in Thailand – für 10 Monate. Thailand hat mir wirklich gut gefallen wegen seiner fairen Preise, den freundlichen Menschen, klasse Massagen und der warmen Meerestemperatur. Außerdem gibt viele tolle Festivals wie Singkran im April, Loi Krathong im November und die Full Moon Party jeden Monat. In Thailand kann man super relaxen und Spaß haben. Wenn man noch nie allein gereist ist, fängt man am besten hier damit an.

Phi Phi Island, Thailand – Foto: Chloe Park

Phi Phi Island, Thailand – Foto: Chloe Park

Was hast Du vom Reisen gelernt?

Diese Reise hat mich zu einem ganz anderen Menschen gemacht. Ich war jemand, der sowohl mindestens einmal pro Woche shoppen geht, immer hochhackige Schuhe anhat und eine teure Handtasche trägt als auch jede Woche eine Maniküre und Pediküre machen lässt sowie zur Kosmetikerin geht.

Jetzt bin ich schon mit sauberer Kleidung, Turnschuhen und meinem Rucksack glücklich. Ich habe bessere Wege gefunden, mein Geld auszugeben als mir Sachen zu kaufen, die ich nicht wirklich brauche. Ich habe begriffen, dass das Leben nicht viel braucht. In meinem Rucksack ist alles, was ich in den letzten 4 Jahren gebraucht habe. Glaub mir, es war wirklich hart, alles aufzugeben aber ich war nie glücklicher als jetzt.

Ich habe mich entschlossen alles zu erleben, was die Welt zu bieten hat.“

Würdest Du je wieder in ein normales Leben zurückkehren?

Wenn ein normales Leben bedeutet, zu heiraten, von 9 bis 18 Uhr zu arbeiten, Freitag abends Freunde zu treffen und Sonntags auszuschlafen, dann ist die Antwort: NEIN. So habe ich vier Jahre lang gelebt und ich habe immer gedacht, es muss noch mehr geben – mehr Aufregung. Dann habe ich mich entschlossen alles zu erleben, was die Welt zu bieten hat. Ich wollte mehr Spaß haben im Leben und es spannender gestalten. So genieße ich JETZT jeden Moment. Ich möchte in mehreren Ländern für einige Jahre leben, jemanden heiraten, der denselben Lebensstil pflegt und Kinder unterwegs bekommen (Anmerkung von runterwegs: Wie z.B. die Zapps aus Argentinien, die auf ihrer Weltreise 4 Kinder bekommen haben).

Wie finanzierst Du eine so lange Reise?

Während ich gearbeitet habe, konnte ich Geld sparen. Mit diesem Ersparten bin ich die letzten vier Jahre gereist. Inzwischen verkaufe ich in meinem Online-Shop Kleidung, Schmuck und Handtaschen, die von unabhängigen Designern aus der ganzen Welt kreiert wurden. Ich hoffe, dass es funktioniert und meine Reisen in Zukunft finanzieren wird.

Welche Pläne hast Du noch für Die Zukunft?

Seit Beginn meiner Reise habe ich eine weitere Wunschliste geschrieben, auf der 50 Dinge stehen. Ich bin sicher, dass ich alles erreichen werde. Als Beispiel nenne ich drei Dinge:

Erstens möchte ich ein Buch veröffentlichen und einen Blog schreiben. Außerdem würde ich gerne, wenn möglich, für eine Organisation arbeiten, die Wasser und Lebensmittelprojekte weltweit betreut. Zweitens möchte ich mein eigenes Guesthouse in meinen Lieblingsländern – eventuell Indonesien, Tunesien und Thailand – eröffnen, das „Chloe’s Backpacker“ heißen soll. Drittens möchte ich nochmal mit meiner Familie in einem Camper um die Welt reisen.

Ich empfehle jedem, auch eine Wunschliste zu machen, was man im Leben erreichen möchte. Es wird Dein Leben leidenschaftlicher und großartiger machen.

Vielen Dank für das Interview, Chloe!

Danke, dass Ihr Euch Zeit für meine Geschichte genommen habt.

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

3 Kommentare

  1. Frank Ohlsen am

    tolles Interview. Chloe inpiriert, das ist klar.
    Genau wie euer Blog.
    Ihr müsst ein sehr glückliches Leben führen. Danke für eure Beiträge.
    Ich habe eure Seite mal bei mir auf meiner Bucket List erwähnt.
    Darf ich euch zu einem Beitrag zum Thema Glück einladen? Ich habe dazu eine Blogparade gestartet, die noch bis zum 17.01. läuft und inspirierende Beiträge sind herzlich willkommen.
    LG
    Frank

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