Der Caprivi – einsam und tolle Natur

0

Wir sitzen am privaten Strand der Goabaca Campsite im Caprivi-Zipfel und schauen der Sonne zu, wie sie langsam hinter den Popa Falls untergeht. Ein Sundowner, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Sonnenuntergang an den Popa Falls in Nambia

Der Campingplatz wird von der Community betrieben und ist liebevoll gestaltet und hat eine Traumlage. Es gibt sogar ein Deck, von wo aus man eine weite Aussicht hat. Reisende, die uns mitten im Nirgendwo in Sambia entgegenkamen, haben uns zudem die Ndurukuro Campsite im Caprivi empfohlen und die ist wirklich ein Traum. Wir sind die einzigen Gäste und haben den schönen Platz am Okavango ganz für uns alleine. Hier kann man außerdem im Fluss schwimmen gehen und ist in einem Käfig sicher vor Krokodilen & Co.

Da es hier wenig Licht gibt, kann man wunderbar am Lagerfeuer den Sternenhimmel beobachten. Wir bleiben gleich drei Nächte. Einmal müssen wir uns allerdings im Hanomag verschanzen: Es hagelt und stürmt, dass der ganze LKW wackelt. Die Besitzerinnen sagen am nächsten Morgen, dass es das schlimmste Unwetter seit 7 Jahren war. Wir sind froh, dass wir kein Auto mit Dachzelt haben.

 Ndurukuro Campsite im Caprivi am Okavango

 Erster Eindruck von Nambia

Bevor wir die Landschaft im Caprivi genießen können, müssen wir am 13. November 2011 erstmal nach Namibia einreisen. Wie erwartet läuft es fast problemlos. Allerdings können wir die Straßensteuer nicht zahlen, denn es werden nur Namibia-Dollar oder südafrikanischen Rand akzeptiert. Wir haben aber nur US-Dollar. Theoretisch können wir kurz in die nahegelegene Stadt fahren und das Geld abheben. Aber in der ganzen Stadt ist gerade Stromausfall. Also müssen wir doch mal zu schlechtem Kurz unsere Dollar in N$ wechseln. Persönlich holt der Grenzbeamte einen chinesischen Geldwechsel zum Schalter. Die Quittung ist wichtig, denn diese wird von der Polizei immer wieder kontrolliert und die Strafe ist hoch, falls man sie nicht vorweisen kann.

Die Grenzstadt Katima Mulilo ist nach der Zeit im einsamen Westen Zambias – ohne Handyempfang und Einkaufmöglichkeiten – ein wahres Shopping-Paradies, obwohl es eigentlich nur einen großen Supermarkt gibt. So decken wir uns mit dem leckeren namibischen Bier Windhoek Draught ein, das übrigens nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird. Außerdem kaufen wir südafrikanischen Wein, der endlich wieder bezahlbar ist, schließlich haben wir gerade die südafrikanische Union betreten.

Wir campen bei der Protea Zambezi Lodge direkt am Fluss, wo wir bei Südafrikanern ein echt südafrikanisches Poitje-Gericht probieren dürfen. Echt lecker und das Fleisch ist superzart. Wir fragen gleich nach, wie dieser Fleisch-Eintopf gemacht wird. Es kommt Fleisch und Gemüse nach Geschmack rein mit Brühe und Gewürzmischung wie zum Beispiel Masala. Dann wird der Topf ins Feuer gestellt und stundenlang geköchelt ohne Rühren. So einen Gusseisentopf brauchen wir auch!

An der Rezeption des superschicken Protea Hotels frage ich, ob das Leitungswasser hier trinkbar ist. Der Angestellte zögert kurz bevor er antwortet: „Also WIR trinken das schon, aber für Touristen ist es nicht geeignet.“ Jetzt sind wir immer noch nicht schlauer, seit Sambia trinken wir schon gutes Brunnenwasser und hatten keine Probleme. Wir gehen aber auf Nummer sicher und steigen wieder auf die 5 L Kanister aus dem Supermarkt um.

 Praktisch: die Verwandtschaft von Hanomag und Mercedes

Seit langem hält unser Luftdrucktank den Bremsdruck nicht mehr richtig. Im Reiseführer lesen wir von einer LKW-Werkstatt, die uns tatsächlich in Rekordzeit von 10 Minuten helfen kann: Der fachmännische Blick stellt fest. „Es liegt nur am Ventil. Da passt doch das von Mercedes.“ Und schon können wir unsere Reise fortsetzen. Wir hatten schon mit dem Schlimmsten gerechnet, wenn die Bremsen nicht gehen.

Kaum haben wir Katima Mulio verlassen, platzt ein Reifen. Das erste Mal seit Äthiopien. Während uns dort in Sekundenschnelle eine Menschentraube umringte, können wir hier ganz in Ruhe den Reifen wechseln. Allerdings bekommen wir den Ersatzreisen nicht mehr drauf, weil wir mit den Rädern nur teilweise auf der Teerstraße stehen. Es dauert aber nicht lang und schon halten ein paar Leute, die eine unkonventionelle Lösung finden: Kurzerhand werden die Spitzhacken ausgepackt und damit der Asphalt weggeklopft.

Tipps für Reisen in den Caprivi-Zipfel

Einreise

Für Deutsche ist der Aufenthalt bis zu 90 Tage im Jahr visumsfrei

An der Grenze/Flughafen wird in den Reisepass ein „Visitors Entry Permit“ eingestempelt

Wer mit dem eigenen Fahrzeug einreist, muss zudem sie Straßensteuer bezahlen (richtet sich nach Gewicht) – für unseren Hanomag wurden 520 N$ fällig (Stand Nov.2011)

Außerdem muss man eine gültige Versicherung vorweisen oder vor Ort erwerben

Mit dem Carnet darf man offiziell nur 1 Jahr in der gesamten südafrikanischen Union verbringen. Es wird im ersten Land der Union eingestempelt und normalerweise erst wieder beim Verlassen der Union ausgestempelt.

Währung

Der Namibia-Dollar ist an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Beide Währungen werden akzeptiert. Oft bekommt man in Supermarkt oder am Geldautomaten südafrikanische Rand.

In Südafrika werden allerdings keine N$ beim Bezahlen angenommen, deswegen haben wir in Namibia schonmal Rand gesammelt.

 Unsere Camping -Tipps im Caprivi

Protea Zambezi Lodge in Katima Mulilo

GPS:  S17°29’10,5″ E24°17’06,8″

Preis: 90 N$ pro Person inkl. Strom (Stand Nov. 2011)

Camping direkt am Fluss, saubere Sanitäranlagen

Goabaca Campsite bei den Popa Falls

GPS: S18° 06.687 E21°38.897

Preis: 80 N$ pro Person, kein Strom (Stand Nov. 2011)

Traumhafte Lage, Community Campsite, daher etwas rustikal, aber liebevoll gemacht

Ndurukuro Campsite

GPS: S17°56’51,6″ E21°06’28,6″

Preis: 75 N$ pro Person, kein Strom (Stand Nov. 2011)

direkt am Okavango, gepflegte ruhige Campsite, nette Besitzer

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

Hinterlasse einen Kommentar

* Affiliate Link