In der Weißen Weite

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Es ist totenstill. Der Mond dient als einzige Lichtquelle und erleuchtet die unwirklich scheinende Landschaft: Wir sind in den Makgadikgadi Pans in Botsuana.

Eigentlich wissen wir Großstädter gar nicht, was Stille wirklich heißt. Aber hier in der Salzwüste, wo es kein Leben gibt, erfährt man was das eigentlich ist. Mitten in dieser weißen Weite buschcampen wir. So sitzen wir da bei einem Glas Wein und lauschen dem Nichts und dann trauen wir unseren Ohren und Augen nicht…. Plötzlich trabt ein Pferd in aller Seelenruhe alleine vorbei und läuft nach Hause.

Hanomag in den Magkadigkadi Pans Botswana

Auf dem Irrweg?

Der Weg zurück in die „Zivilisation“ ist leider nicht so traumhaft. Der Weg wird immer schmaler, das wir uns zwischendurch nicht mehr sicher ist ob das überhaupt noch eine Fahrweg ist oder doch schon ein Pfad für Fußgänger. Dicke Äste ragen weit auf die Sparspur. Am Ende ist ein Spiegel kaputt und der Hanomag völlig zerkrazt – das haben wir in 17 Monaten Afrika bisher nicht geschaffen. Laut Navi fahren wir dennoch richtig und schließlich fahren wir direkt auf ein Haus zu – man könnte es auch eine kleine Rinderfarm nennen. Wir bleiben stehen und schauen uns um, ob es einen anderen Weg gibt. Da kommt der Hausbesitzer raus und bedeutet und , wir sollen einfach mitten durch sein Grundstück durchfahren. Na gut, was soll’s!

Nach einer Weile wird der Weg noch schmaler. Also versuchen wir zu fragen, wie es nach Gweta geht. Natürlich spricht hier – fast im Nirgendwo – niemand Englisch. Da hilft auch unser Bildwörterbuch nicht weiter, mit dem wir am Lake Turkana schonmal erfolgreich Fisch gekauft haben. Aber es scheint, als würde der Mann zumindest den Ortsnamen verstehen – denn er zeigt in eine Richtung. Tatsächlich hat er Recht. Jedenfalls erreichen wir nach einer gefühlten Ewigkeit irgendwann die Teerstraße – in Wirklichkeit waren es circa 90 Minuten. Die Einkaufsmöglichkeiten in Gweta – in Botsuana gilt das Dorf wohl schon als kleine Stadt – sind sehr beschränkt: Ein „Supermarkt“ und ein paar spärlich bestückte Straßenstände. Wir beschließen doch bis Maun mit dem Shopping zu warten.

Endlich – andere Reisende

Zunächst erholen wir uns aber in der Nähe von Gweta auf dem Campingplatz des Planet Baobab. So wurden wir noch nie empfangen: Wir bekommen ein kühles Tuch gereicht und ein Glas Eistee. Wir sind in einer schicken Safari-Lodge gelandet und neben uns wartet eine deutsche Reisegruppe auf den Start ihrer Tour. Auf dem Campingplatz hat jeder sein eigenes Schattendach und auch die Camper dürfen den tollen Pool nutzen. Da es den ganzen Tag schon unerträglich heiß ist, lassen wir uns das nicht zweimal sagen Zum ersten Mal treffen wir endlich wieder Overlander: Eine kanadische Familie mit einem Sohn. Sie haben ihr Auto nach Südafrika verschifft, wo Sie einen Camping-Anhänger gekauft haben, und fahren ganz langsam gen Norden – aber ohne stringenten Plan. Fast hätten wir sie gar nicht als Overlander identifiziert, sondern für südafrikanische Kurzurlauber gehalten, die überall im südlichen Afrika unterwegs sind.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

2 Kommentare

  1. bernhard + gitta strehl am

    hallo reisende ,
    wir sind beeindruckt !! in den > 80ern< sind wir mehrmals durch die Sahara gefahren , darunter auch 2 mal mit einem Borgward allrad .
    Dann mit einem unimog quer durch bis nigeria .
    mit einem (immer selbst ausgebauten) 71oer allrad 2 mal durch das
    südliche afrika . und immer haben wir gute filme gedreht .
    vielleicht tauschen wir uns einmal aus .
    weiterhin gute reise , bernhard + gitta .

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