Die aggressiven Elefanten von Pilanesberg

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Nichtsahnend sitzen wir in unserem Hanomag im südafrikanischen Pilanesberg Nationalpark und beobachten eine Gruppe von Elefanten. Plötzlich sieht Patrick im Rückspiegel wie ein Elefantenbulle mit aufgestellten Ohren und wild trompetend auf uns zu läuft. Er startet sofort – d.h. So schnell das eben für einen 45 Jahre alten LKW möglich ist – und bringt uns in sichere Entfernung.

Während andere auf der Suche nach Elefanten sind, finden wir uns immer wieder auf der Flucht vor diesen großen grauen Riesen wieder. Der Hanomag ist zwar groß, aber wenn so ein tonnenschweres Tier mit voller Wucht auf uns aufprallen würde, könnte das doch erheblichen Schaden verursachen. Ganz offensichtlich können die Elefanten im Pilanesberg Nationalpark unseren großen blauen LKW nicht ausstehen. Immer wieder werden wir bedroht, während ihnen die anderen Autos völlig gleichgültig sind. Wir waren ja schon in vielen Parks, aber so aggressiv uns gegenüber war noch kein Elefant. Das einzige Mal, als wir schonmal bedroht wurden, war im Mikumi Nationalpark in Tansania mit Patricks Eltern. Da hatten wir den Hanomag ausnahmsweise nicht dabei und waren unterwegs im Safarimobil.

Elefant im Pilanesberg Nationalpark

Der Pilanesberg Nationalpark: ein unbekanntes Kleinod

Wir verbrachten zwei Tage im Park, nachdem wir Johannesburg am 5. September 2013 verlassen hatten. Auf dem Weg nach Botswana legten wir hier einen Zwischenstopp ein, denn wir wollten endlich wieder wilde Tiere sehen. Patrick hatte ihn letztes Jahr in unserem Reiseführer entdeckt, als er das Carnet de Passages verlängern musste. Der Pilanesberg Nationalpark ist ein guter Tipp, solange man nicht am Wochenende oder in der Hauptsaison kommt. Denn er liegt nur ca. 200 Kilometer von Johannesburg entfernt und daher ein beliebtes Ausflugsziel der Städter. Ansonsten ist er nicht so überlaufen wie andere südafrikanische Parks. Man kann direkt vor dem Eingang des Parks campen und zahlt dann nur einmal Parkeintritt, egal wie lange man bleibt. Schön sind die vielen Hides an Wasserlöchern, in denen man in Ruhe sitzen und auf interessante Tiere warten kann. In der Nähe des Naturparks gibt es mit der Sun City das total Kontrastprogramm: Ein Vergnügungspark à la Phantasialand – aber noch kitschiger. Dort zog uns aber nichts hin. Nur dem Shopping Center in der Nähe des Eingangs statteten wir einen kurzen Besuch ab, um frisches Brot zu kaufen.


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Plötzlich kein Strom mehr im Hanomag

Die aggressiven Elefanten im Park blieben leider nicht unser einziges Problem, denn plötzlich fiel unsere komplette Stromversorgung im Koffer aus. Eine erste Ursachensuche ergab: Kurzschluss am Lastenausgangs unserem Steca-Solarregler. Wahrscheinlich war wieder die Wasserpumpe schuld – die hatte sich beim Geruckel beim Fahren in den Dauerbetrieb geschaltet. Das war schonmal passiert, da hatte es dann vorne schon verbrannt gerochen. Danach hatten wir komplett alle Kabel ausgetauscht. Nun blieb uns nicht anderes übrig, als alle Verbraucher abzuklemmen. Die wichtigste Funktion – das Laden der Solarbatterie – übernahm der Regler noch tadellos. Am Abend auf der Campsite versuchte Patrick das Problem zu lösen. Schließlich schloss er alle Kabel direkt an die Batterie an – denn immer wenn irgendein Verbraucher angeschlossen war, zeigte das Gerät einen Fehler an. Nun läuft alles wieder, allen voran natürlich unser Kühlschrank, Licht und fließend Wasser. Als schließlich die Wochenendausflügler im Pilanesberg Nationalpark ankamen und anfingen ihre mobilen Städte auf dem Campingplatz aufzubauen, stieg der Preis der Campsite plötzlich um 100 Rand (ca. 8 Euro). Wir beschlossen Richtung Botswana weiterzufahren mit einem Stopp in Rustenburg. Denn für die ganze Strecke war es schon zu spät.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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