Durch Oasen zur Weißen Wüste

0

So haben wir uns das Overlanderleben vorgestellt! Eine Landschaft wie nicht von dieser Welt, in der wir campen dürfen – ein Traum. Und dann werden wir auch noch zu Models und fahren uns im Tiefsand fest…
Weiße Wüste Ägypten

Am 7. Januar 2011 frühstücken wir irgendwo zwischen Cairo und der Oase Bahariya. Da radeln Sonya aus Australien und Aaldrik aus Holland auf uns zu. Spontan laden wir sie auf einen Espresso ein. Als wir sie fragen, wie lange sie schon unterwegs sind, verwundert uns die Antwort doch sehr – seit 4 ½ Jahren radeln sie um die Welt. Wow! Jetzt sind sie auf dem Heimweg und kommen gerade aus Lybien. (Nachtrag: Inzwischen ist Aaldrik leider verstorben. Aber er hat bis zum letzten Tag seinen Traum gelebt. Wir trauern mit seiner Lebensgefährtin Sonya. Wir sind froh, dass wir die beiden kennenlernen durften, auch wenn es nur eine kurze Begegnung war).

Kostenlos in Ägypten – echt jetzt?

Wir schaffen es bis Bawiti in der Bahariya Oase, wo uns gleich jemand zum Ahmed Safari Camp lotsen will. Wir schauen uns das Ganze an, gefällt uns aber nicht. Also schlafen wir einfach irgendwo in der Stadt. Leider existieren alle Internet Cafés nicht mehr. Aber das Old Oasis Hotel soll auch Internet haben, allerdings finden wir es erst am nächsten Tag, als uns ein hilfsbereiter Motorradfahrer hinbringt. Der Mann an der Rezeption ist sehr freundlich und das Internet kostet nichts.

Die Weiße Wüste – wir können uns gar nicht satt sehen!

Kalksteinformation Kamel in der weißen Wüste

Dann fahren wir weiter durch die Schwarze Wüste in die Weiße Wüste. Direkt am Eingang des Nationalpark steht der Crystal Mountain, der aus unterschiedlichen Bergkristallen besteht. Dann beeilen wir uns noch vor Einbruch der Dunkelheit einen guten Schlafplatz zu finden, denn campen ist hier nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt und dahin geht es nur über Pisten. Wir campen in einer kleinen angelegten Oase und nachdem die letzten zwei Landcruiser mit asiatischen Touristen vorbeigefahren sind, haben wir die Oase für uns allein und können einen fantastischen Sonnenuntergang genießen.

Oase in der weißen Wüste
Sonnenuntergang Weisse Wueste Ägypten

Am Tag darauf erkunden wir die Weiße Wüste und sammeln erste Offroad- Erfahrungen. Wir sind absolut begeistert: die Weiße Wüste ist das Highlight von Ägypten von uns. Es liegt kein Müll rum, wie überall sonst in Ägypten, es gibt weder Kameltreiber, noch Souvenirverkäufer und die Felsformationen sind einfach wunderschön.

Felsformationen Weisse Wueste Ägypten

Wir schauen uns den Akazienbaum El Santa , den Pilz und das Hühnchen, die Tische und vieles mehr an und lassen einfach die Landschaft auf uns wirken. Es ist so schön, dass wir noch einen Tag länger bleiben und die Pisten-Route zu den Twin Peaks fahren wollen.

Pilz, weiße Wüste Ägypten

 

So schnell kann man Model werden in Ägypten

Am Kamel-Felsen sehen wir ein paar Camper. Wir denken, dass es eine Reisegruppe ist, die bestimmt einen ortskundigen Führer dabei hat. Aus der Nähe sehen wir, dass es alles Araber sind. Wir sprechen Tawfiq an. Als er mitbekommt, dass wir Deutsche sind legt er im fließenden Deutsch los. Sie machen gerade Werbeaufnahmen für die Webseite des kleinen äyptischen Reiseveranstalter Travco.

Spontan fragt er uns, ob wir Lust haben als „Models“ mitzumachen. Es gibt einen Pavillion, unter dem ein mit edlem Porzellan gedeckter Tisch steht, ein Teezelt und ein Schlafzelt mit richtigen Betten. Mal schauen, ob unsere Fotos auf der Webseite von Travco erscheinen. Zum Abschied schenkt uns Tawfik noch seine alte ägyptische Prepaid-Handykarte. Das Team fährt am selben Tag noch nach Kairo zurück.

Das Team rund um Tawfiq (3.v.l.)

Das Team rund um Tawfiq (3.v.l.)

Wir fahren auf die andere Seite des Nationalparks zu den Two Doors, leider werden dort grad die Zelte für eine Reisegruppe aufgebaut, also suchen wir in der Nähe weiter. Die Landschaft ist hier ganz anders. Nicht mehr kleine weiße Felsformen sondern größere Felsen, eher bräunlich, aber immer wieder mit großen Kalksteinflächen.

Dumm gelaufen: Wir stecken das erste Mal fest auf unserer Reise

Am nächsten Morgen wollen wir eigentlich nur schnell zu den Twin Peaks fahren, weil man von dort oben einen tollen Blick haben soll. Während wir diese suchen, sehen wir einen festgefahrenen Landcruiser im Tiefsand und ein verzweifelten Ägypter, der nur mit Schaufel und Fußmatte versucht das Auto freizubekommen. Wir leihen ihm unsere Sandbleche, so sehen wir diese auch mal live im Einsatz.

Festgefahren in der Weissen Wueste in Ägypten

Er kann nicht viel Englisch, aber „Thank you“ kann er und bedankt sich überschwenglich. Er fragt noch, ob er warten soll, bis wir rausgefahren sind. Aber wir schicken ihn weg, wir kommen schon raus. Weit gefehlt, wir fahren ein Stück und schon stecken wir fest. Da waren wir wohl etwas voreilig. Nun können wir unsere Sandbleche gleich selber testen.

In der Wüste steckengeblieben

Sechsmal müssen wir schaufeln, bis wir endlich wieder auf festem Untergrund sind. Da es nun schon ziemlich spät geworden ist, bleiben wir noch einen Tag in der Weißen Wüste. Diesmal fahren wir zum Haupteingang rein. Diese Route fahren anscheinend auch die meisten Touren. Aber es gibt nicht nur Pauschaltouristen. Bei den „Mushrooms“ treffen wir ein australisches Pärchen, die als Backpacker nur über Land-, und Schiffsweg von Australien nach London reisen.

Später sehen wir noch ein Auto mit der Aufschrift PAT (Pan Arab Tours), das müssen wir natürlich gleich fotografieren. Im Auto sitzen seltsamerweise nur Ägypter, einer spricht uns an in fließendem Deutsch und unseren Hanomag möchte er auch gern fotografieren. Er erzählt uns, dass er mal in Stuttgart gelebt hat und nun bei einer Agentur in Cairo arbeitet, die solche Reisen verkauft. Nun machen er und seine Kollegen jetzt alles selber mit: Von Luxor nach Abu Simbel, die Oasenroute zur Weißen Wüste und bis zur Oase Siwa in der libischen Grenze.

Camping Weisse Wueste Ägypten

Diesmal campen wir am Kamel, wo wir Tawfik und das Foto-Team getroffen haben. Wir packen unsere Liegestühle aus und lassen es uns gut gehen. Wir beobachten , wie sich die Farben der Felsen im unterschiedlichen Sonnenlicht verändern bis die Sonne traumhaft schön untergeht.

Weiterführende Links

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

Hinterlasse einen Kommentar

* Affiliate Link