Fahrt in den Sinai

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Als wir endlich den Hafen von Alexandria verlassen dürfen, erleben wir live, wovon uns schon alle auf der Fähre erzählt haben: der chaotische Verkehr. Wenn man das nicht erlebt hat, kann man das nicht glauben. Überall schieben sich Autos in jede Ecke, Hupen von allen Seiten, Fußgänger springen einfach auf die Straße, dazwischen Fahrradfahrer und Eselskarren mit Vorliebe entgegen der Fahrtrichtung. Wir haben mühe Hop-sing hinterher zu fahren, aber wir bleiben dran. Erleichtert parken wir irgendwo am Straßenrand und gehen erstmal gemeinsam was essen. Nach dem schlechten Essen auf der Fähre ein wahrer Festschmaus in einem kleinen Imbiss. Dann trennen sich unsere Wege Hop-sing und Family fahren in Richtung Wüstenstraße. Eigentlich wollten wir ja noch ein paar Tage in Alexandria bleiben, aber der Verkehr stresst uns so, dass wir nur noch raus aus der Stadt wollen. Es dauert eine Weile, bis wir die richtige, asphaltierte Straße am Meer entlang Richtung Port Said finden. Erstmal irren wir durch Alexandria, dann sind wir plötzlich auf einer schlechten Piste, die durch kleine Dörfer führt, aber zumindest passt die Richtung. Zudem ist es schon dunkel geworden und das Fahren deshalb sehr anstrengend.

Hafen-Alexandria-aegypten

Auf der richtigen Straße wird es aber besser, es gibt englische Straßenschilder, wenig Verkehr und vor allem keine Fußgänger, Fahrräder oder Eselskarren. Außerdem führt die Straße an den Städten vorbei, wir können uns also den stressigen Stadtverkehr ersparen. Allerdings finden wir auch keinen geeigneten Schlafplatz, Rastplätze oder Parkplätze oder ähnliches existieren nicht. Leider gibt es seltsamerweise auch keine Tankstellen, so müssen wir doch in eine Stadt fahren, um dort nach einer zu suchen. Inzwischen ist es schon gegen 4 Uhr nachts, aber die Polizeikontrolle an der Stadteinfahrt scheint sich nicht im geringsten zu wundern. Sie fragt nur das übliche, Woher? Wohin? Nationalität? Port Said ist im Gegensatz zu Alexandria ziemlich hässlich, die Atmosphäre ist irgendwie trist. Dafür ist für diese Uhrzeit erstaunlich viel Leben: die ersten Obststände sind schon geöffnet, Menschen laufen herum, einer putzt gerade sein Auto, überall stehen Esel und ganze Hunderudel und Unmengen von Katzen wühlen im Müll, der überall liegt. Schließlich finden wir nach längerem Suchen auch ein offene Tankstelle mit Diesel. Übernachten wollen wir in diesem Ort jedenfalls nicht. Zurück auf der Straße gesellen wir uns schließlich hinter einer Mautstation zu vielen Lkw’s und schlafen todmüde trotz Lärm ein. Am nächsten Tag überqueren wir auf der Brücke bei El Quantara den Suez-Kanal. Schlagartig wird die grüne Landschaft zur Wüste und man sieht weit und breit keine Städte oder Dörfer mehr. Nur ein paar Häuser stehen mal hier und da.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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