Fußball auf sudanesisch

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Am 04. Februar fahren wir bis zum Ort El Hassaheissa, netter Name aber hässlicher Ort. Wir übernachten auf einem großen Parkplatz neben ein paar Busfahrern. Dann fällt uns ein, dass wir ja noch an die deutsche Botschaft schreiben müssen, denn von dieser benötigen wir ein Schreiben, dass bestätigt, dass wir unseren Hanomag wieder aus dem Land mitnehmen. Ohne diesen Brief können wir die äthiopische Grenze nicht passieren. Vielleicht arbeitet die Botschaft ja Samstags, sonst kommt es hoffentlich noch Montag an und wir brauchen nicht lange an der Grenze verweilen. Bezahlen müssen wir das Schreiben, das 20 € kostet, persönlich in der Botschaft in Addis Abeba.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, sind wir umzingelt von Marktständen und Taxis, aber die Sudanesen sind nette Menschen und machen uns Platz. Dann fahren wir weiter bis Wad Madani, wo wir schon nachmittags eintreffen. So haben wir viel Zeit zum Geld tauschen und shoppen. Allerdings finden wir kein Wechselbüro. Wir fragen in ein paar Apotheken, weil hier die meisten Englisch können. Der dritte Apotheker gibt einem Freund seinen Autoschlüssel, er soll vorfahren. An einer Tankstelle sammelt er noch zwei Damen ein, aber dann tatsächlich zeigt er uns ein Upxchange, wo wir den besten Wechselkurs in ganz Sudan bekommen.

Schon mehrfach sind uns in der Stadt große Plakate für den African Nations Championship, der neben Khartoum gerade auch in Wad Madani stattfindet. Wir googeln, wann und wo die Spiele sind und tatsächlich spielen heute Südafrika gegen Ghana im Stadion von Wad Madani. Das Stadion zu finden ist noch schwieriger als das Wechselbüro, aber schließlich kommen wir an, nachdem einige Leute gefragt haben. Wir parken fast neben dem Stadion und suchen den Eingang, ein paar Leute schicken uns zum richtigen Tor. Ertstaunlicherweise kommt man ganz umsonst rein, aber das Stadion ist voll, so bekommen wir nur noch einen Platz auf einer Stufe. Nach ca. 10 Minuten gehen zwei Sudanesen, die bequeme Hussenstühle (im Fußballstadion!) haben und bieten uns ihre Plätze an. Ein Mann im Anzug kommt aus dem VIP-Bereich und spricht uns an. Als wir ihm erzählen, dass wir aus Deutschland sind, sagt er, er können einen deutschen Satz: „Ich bin doch nicht blöd.“ Nach 20 Minuten ist das Spiel plötzlich schon vorbei. Wikipedia hatte leider völlig falsche Zeitangaben drin. Aber unverhofft gibt es noch ein weiteres Spiel: Zimbabwe gegen Niger.

Am nächsten Tag fahren wir bis Gedaref, wo es uns nicht wirklich gefällt. Alles ist sehr teuer für den Sudan, es gibt den schlechtesten Wechselkurs in ganz Sudan und wir werden von einigen Kindern angebettelt.Aber eine sympathische Begegnung gibt es dennoch: Zwei junge Mädchen sprechen mich an, sie suchen jemanden, mit dem sie ihr englisch üben können. Sie wollen unbedingt eine Telefonnummer, leider wird daraus nichts, da wir schon morgen den Sudan verlassen. Die deutsche Nummer möchte ich ihnen nicht geben, denn das Roaming ist dann doch zu teuer. Das versuche ich den beiden zu erklären, aber sie verstehen es nicht ganz: „Dich kostet das doch nichts an, ich rufe an.“ Sie bekommen stattdessen unsere Visitenkarte, auf der unsere E-Mails stehen. Damit sind sie zufrieden, mal schauen ob eine E-Mail kommt. Wir übernachten etwas außerhalb der Stadt auf dem großen Parkplatz eines Restaurant direkt neben einer Polizeiwache. Nicht schön, aber der Platz erfüllt seinen Zweck. In Gedaref ist es noch heißer als in Wad Madani, auch abends kühlt es nicht wirklich ab. Deshalb freuen wir uns auf Äthiopien, wo es aufgrund der hohen Lage viel kühler sein soll.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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