Glück im Unglück in Ushirombo

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Am 12. Juni 2011 erreichen wir die tansanische Grenze in Rusumu Falls. Auch hier geht alles genauso schnell wie bei der Ausreise in Ruanda. Gegen 50 $ pro Person erhalten wir das 3 Monate gültige Visum. Außerdem müssen wir noch 20 $ Road Tax (1 Monat gültig) und 5 $ Fuel Tax (3 Monate gültig, sofern man nicht aus- und wieder einreist) bezahlen.

Da es schon spät ist fragen wir, ob wir an der Grenze übernachten können. Kein Problem und wir sind in guter Gesellschaft von lauter LKW-Fahrern. Um 7 Uhr morgens öffnet sich der Schlagbaum und es geht los. Da wir ganz am Anfang stehen, werden wir danach die ersten Kilometer von allen anderen LKW überholt. Danach ist auf der Straße so gut wie nichts mehr los. Man merkt direkt, dass Tansania nicht so dicht bevölkert ist. Es gibt viele Flächen, wo wir weder Häuser noch Menschen sehen. Unser erstes Ziel ist die Suche nach einem Geldautomaten und danach einer Übernachtungsmöglichkeit. Erstmal fallen uns die vielen Polizeikontrollen auf. Schon der erste will mal hinten reinschauen und fragt dann, ob wir ein Geschenk für ihn hätten oder Geld für Alkohohl. Wow, das war ja ehrlich. Die weiteren Kontrollen beschränken sich aber damit unsere Papiere zu kontrollieren und sind alle sehr freundlich. Einer bemängelt die fehlenden Reflektor-Aufkleber, aber als wir ihm erzählen, dass wir das als internationales Fahrzeug nicht brauchen, lässt er uns weiterfahren.

Strassenschild in Tansania

Dann machen uns in Runzewa mehrere LKW-Fahrer und Passanten darauf aufmerksam, dass einer unserer Reifen platt ist. Tatsächlich ist er das. Wir pumpen ihn auf, damit wir wenigstens den Ort verlassen können und eine ebene Stelle zu suchen, wo wir den Reifen wechseln können. Was in Äthiopien noch fast reibungslos geklappt hat, geht jetzt gar nicht. Die Muttern lassen sich nicht lösen. Von der benachbarten Strassenbaustelle eilen sofort Bauarbeiter zu uns hinüber, um uns zu helfen. Dabei gehen leider unsere beiden Werkzeuge kaputt. Dumm gelaufen, denn jetzt haben wir nichts mehr zum Lösen der Muttern. Glücklicherweise kommt deren holländischer Chef vorbei und es stellt sich heraus, dass alle für die deutsche Straßenbaufirma Strabag arbeiten. Der telefoniert und kurz darauf kommen die Jungs von der Werkstatt vorbei und in wenigen Minuten ist der Reifen abmontiert. Da unser neuer Reifen die Luft noch nicht hält und unser Kompressor den Jungs zu langsam ist, werden Pat und der Reifen fix aufgeladen und zur Werkstatt gebracht. Ich bleibe zurück, passe aufs Auto auf und unterhalte mich mit den zurückgebliebenen zwei Mechanikerin. Schnell kommen Pat und die anderen wieder zurück und schon ist der Hanomag wieder fahrbereit. Empfangen werden wir dort von einem englischen und einem rumänischen Mitarbeiter. Wir sollen noch mal in die Werkstatt kommen, wo der kaputte Reifen repariert werden kann. Schließlich entscheiden wir uns auch den zweiten neuen Reifen zu montieren und die beiden alten Reifen als Ersatzreifen zu nehmen. Inzwischen ist es ziemlich spät geworden und wir haben immer noch kein Geld und die nächste Unterkunft weit weg.

Kurzerhand rufen die Mitarbeiter im Strabag Hauptquartier in Ushirombo an, wo schließlich übernachten können. Wir dachten, wir können auf dem Gelände sicher parken und wie immer im Auto schlafen. Weit gefehlt – wir bekommen sogar einen klimatisierten Gästebungalow mit heißer Dusche. Da wir über und über mit rotem Sand bedeckt sind, ist duschen das Erste, was wir machen. Später treffen wir uns alle in der Bar, wo wir die anderen Mitarbeiter kennenlernen. Darunter sind natürlich viele Deutsche, aber auch Italiener, Äthiopier, Kenianer und andere Nationalitäten. Es wird ein sehr lustiger Abend mit vielen interessanten Gesprächen. Dann dürfen wir auch noch in der Kantine leckeres, deutsches Essen genießen. Wir werden eingeladen, noch einen Tag bei ihnen zu verbringen und dürfen auch am nächsten Tag in der Kantine essen und dass auch noch umsonst. Am Ende werden wir noch mal von den Mitarbeiten auf ein paar Bier eingeladen. Zur Krönung gibt es auch noch Free Wifi über Satelit. Sehr relaxt und gestärkt können wir unsere Fahrt durch Tansania fortsetzen.

 

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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