Sundowner und Frühstück mit Elefanten in Botswana

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„So nah bin ich Elefanten noch nie gewesen. Es ist einfach nur….WOW!“, schwärmt uns unsere Reisebekanntschaft Uwe vom Elephant Sands vor. Und wenn einer wie Uwe das sagt, dann ist das wirklich etwas Besonderes. Denn der überzeugte Bulli-Fahrer reist schon sehr, sehr lange durch Afrika. Unsere Neugier ist also definitiv geweckt. Patrick schaut mich an und fragt „Fahren wir hin“? „Auf jeden Fall!“, antworte ich ohne zu zögern.

Ein paar Tage später kommen wir endlich im Elephant Sands an. Die Fahrt hat sich wirklich gelohnt: Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Allerdings müssen wir Dich fairerweise noch warnen: Für schwache Nerven ist ein Aufenthalt in der Bush Lodge nichts, aber unvergesslich….

Süßwasser für die Elefanten und Salzduschen für die Menschen

Als wir von der geteerten „Hauptstraße“ auf die sandige Piste zur Lodge abbiegen, kommt uns ein Fahrzeug entgegen, das wir für einen Tanklaster aussieht. Ist aber keiner, wie wir später im Elephant Sands erfahren, sondern statt Treibstoff hat er Frischwasser geladen. „Damit befüllen wir unser Wasserloch,“ erzählen uns die Mitarbeiter. „Jetzt, am Ende der Trockenzeit ist das Land karg und trocken. Es gibt viel zu wenig Wasser für die vielen Elefanten, die hier in der Gegend leben. Noch dazu kommt, dass das Grundwasser hier von Natur aus sehr salzhaltig ist. Deswegen sind die Elefanten ganz wild auf das Süßwasser.“

Es ist unerträglich heiß, ich will mich mit einer Dusche abkühlen. Jetzt verstehe ich, was er mit „natürlich salzhaltig“ gemeint hat. Das Duschen hier, ist wie ein Bad im Meer. Und das in dieser trockenen Umgebung.  Um sich abzukühlen, ist es eh schöner im Pool zu planschen – auch wenn wir uns dabei irgendwie beobachtet fühlen…

Elephant Sands Botswana

Auch der Salzwasser-Pool sorgt für Abkühlung

Es ist ein mulmiges Gefühl diesen riesigen Tieren den Rücken für ein Foto zu zudrehen. Sie flößen mir einen gehörigen Respekt ein. In Gedanken gehe ich die Dinge durch, die ich über Elefanten gehört und gelesen haben: „Woran erkennt man nochmal, wenn ein Elefant verärgert ist? Sie greifen angeblich nicht gleich an, sondern warnen erstmal. War da nicht irgendwas mit Kopfschütteln. Das hat uns doch mal so ein Ranger erklärt. Und kurzsichtig sind sie – das weiß ich noch genau. Hmmm, also egal was man tut, bloß nicht erschrecken. Und am besten hektische Bewegungen vermeiden….“ Aber wenn Dir dann wirklich ein Elefant zu nah kommt, meldet das Gehirn unweigerlich „Renn, Renn. Los!“

Elefanten im Elephant Sands Botswana

So ging es uns, als wir abends zum Sonnenuntergang auf dem Campingplatz des Elephant Sands saßen, uns Billtong und südafrikanischen Rotwein schmecken ließen und dabei die Elefanten am Wasserloch beobachten – mit genügend Sicherheitsabstand, dachten wir…

Sundowner mit Nervenkitzel im Elephant Sands

Im Oktober, am Ende der Trockenzeit, lechzten die Elefanten nach dem süßen Nass und reihten sich in lange Schlangen, um an die Wasserstelle zu gelangen. In dieser angespannten Situation ist ja klar, dass sich da schnell mal ein Streit entfacht. Da nützt dann auch alles Wissen über die Warnungen und die Körpersprache der grauen Riesen nichts. Denn die beiden Bullen waren wild vor Wut und registrierten nichts und niemand um sich herum. Alles ging so schnell.

Die beiden Streithähne kamen immer näher auf uns zu. So schnell wie da, habe ich es noch nie geschafft, in den Hanomag zu steigen – und das auch noch mit einem Teller Billtong in der Hand. Patrick rettete sich und den Rotwein und schmiegte sich schutzsuchend an den Hanomag, bereit zum Sprung in den Hanomag. Ich guckte aus dem Heckfenster, wie sich der Elefanten- Fight entwickelte, und überlegte, ob der Hanomag wohl einem Zusammenprall mit ihnen stand halten würde.

„Mist, wahrscheinlich nicht. Das war dann vielleicht doch nicht so ne gute Idee, mich herein zu verkriechen. Naja, jetzt ist es eh zu spät. Hoffentlich geht es gut aus und die beiden verschlägt es im Streit in eine andere Richtung.“ Nach Minuten des Bangens, die mir wie Stunden vorkamen, und nur wenige Meter vor unserem mobilen Zuhause ließen die Bullen voneinander ab und trotteten von dannen, als wär nie was gewesen. Von uns Menschlein nahmen sie immer noch keine Notiz.

Wer zum Sonnenaufgang wach ist, wird belohnt

Am nächsten Morgen genießen wir gerade die Aussicht beim Frühstück mit Elefanten, als plötzlich vier kleinere Tiere in der Ferne erblicken. Sind das Paviane. Wir holen das Fernglas und trauen unseren Augen nicht: Das sind tatsächlich Wildhunde. Extrem selten und sehr schwierig zu Gesicht zu bekommen. Der Wahnsinn! Es ist ein sehr kleines Rudel von nur fünf Tieren. Alle Camper und Lodgegäste und natürlich auch wir sind ganz aus dem Häuschen. So ein tolle Überraschung schon am frühen Morgen. O.k. das frühe Aufstehen um halb sechs hat sich gelohnt!

Wildhunde im Elephant Sands

Später schlagen wir unserem Field Guide* auf, um mehr über Wildhunde zu erfahren: Eigentlich bilden sie große Rudel, in dem jedes Mitglied feste Aufgaben hat – von der Kinderbetreuung bis zu einer bestimmten Rolle beim Jagen. Aber da diese Spezies vom Aussterben bedroht ist, schaffen Sie es häufig nicht mehr ausreichend große Rudel zu bilden. Zum Glück gibt es schon einige unterstützenswerte Projekte, die sich der Rettung der Afrikanischen Wildhunde angenommen haben wie zum Beispiel diese in Botswana, Simbabwe und Südafrika.

  • PS: Das is kein Sponsored Post. Wir sind einfach so begeistert von unseren Erfahrungen auf dem Campingplatz des Elephant Sands, das wir einfach diesen Artikel schreiben mussten. Auf ihrer Webseite erfährst Du mehr über die Lodge. 

Wer Du uns mal persönlich kennenlernen und noch mehr Geschichten wie diese von unsere Afrikareise hören möchtest: Dann komm doch  vom 24-26. März 2017 zu unserem 1.Steinwald-Treffen für Globetrotter, Reisemobilisten und Wagenbewohner.
Wir freuen uns auf Dich!

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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