Im Massailand

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Am 4. April 2011 machen wir uns schließlich von Nairobi aus auf den Weg Richtung Massai Mara. Die Strecke bietet tolle Ausblicke auf das Rift Valley. Die Aussicht wird nur getrübt durch die vielen schnell hergezimmerten Souvenir-Shops. Erst wollen wir in Narok übernachten aber dann entdecken wir in Tracks4Afrika die Illiarek Lodge entdeckt, die etwas weiter draußen liegt und somit eine ruhigere Nacht verspricht.

Illarek Loudge, kurz vor der Mara

Die Straße dorthin ist eine Katastrophe. Sie war mal geteert, nun besteht nur noch aus riesigen Schlaglöchern. Die 23 Kilometer erscheinen dadurch endlos. Aber es lohnt sich. Schon kurz vor der Lodge entdecken wir Tiere. Erst halten wir sie für Esel, bis wir realisieren, dass es lauter Zebras sind. Für Camping wollen sie erst 10 US-Dollar pro Person, aber wir können den Preis auf 500 Ksh runterhandeln. Wir sind ohnehin die einzigen Gäste. Wir spazieren aus dem Tor der Lodge, um uns die Zebras genauer anzuschauen und trauen unseren Augen nicht. In der Dämmerung haben sich hier auch viele Wildebeests und verschiedene Antilopenarten versammelt. Abgerundet wird das ganze durch einen schönen Sonnenuntergang. Wir kochen uns was leckeres und lassen den Abend bei einem eiskalten Bier aus unserem nun wieder funktionierenden Kühlschrank ausklingen. Kurz nach Sonnenaufgang geht es am nächste Morgen los, damit wir in der Dämmerung wieder Tiere beobachten können. Wir wollen zum Aruba Mara Camp am Talek Gate, denn dort muss man fürs Campen außerhalb der Mara keinen Parkeintritt zahlen. Klingt erstmal selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn zum Beispiel am Sekenani Gate ist man außerhalb des Gates schon in der Massai Mara und muss, wenn man die Strecke fährt oder dort übernachtet, die 60 $ pro Person Parkeintritt berappen.

Erstmal geht es zurück nach Narok, wo wir einen kurzen Zwischenspot machen, um Geld abzuheben und noch ein paar Einkäufe zu machen. Erst kommt ein Souvenirverkäufer vorbei, der vor lauter Neugier total vergisst was zu verkaufen.Nach vielen Fragen, kommen wir auf das Thema Berufe, da fällt im wieder ein, dass er Verkäufer ist und bietet uns Massaischmuck und -tücher an. Er akzeptiert schnell meine Absage, verabschiedet sich höflich und bedankt sich für das nette Gespräch. Danach kommt ein Parkwächter herbeigeeilt. Wir sollen 150 Ksh zahlen, dafür können wir den ganzen Tag parken. Da wir nicht mal eine halbe Stunde für unsere Einkäufe brauchen, finden wir den Preis ganz schön happig. Wir bieten ihm 50 Ksh ohne Parkschein, da wir direkt weiterfahren. Er versichert sich mehrmals, dass wir auch wirklich Narok gleich verlassen. Das tun wir und fahren den langen, beschwerlichen Weg über Lemek zum Talek Gate. Zumindest ist die Piste besser als die Straße zur Illiarek Lodge. Am Wegesrand sehen wir wieder verschiedene Antilopen. Schließlich erreichen wir am späten Nachmittag das Aruba Mara Camp. Die Anlage ist nett gestaltet, aber nur die Luxuszelte und das Restaurant sind am Talek River mit Blick auf die Massai Mara. Der Campingplatz hat nicht so eine tolle Lage und die Toiletten und Duschen sind sehr rustikal. Dafür zahlen wir 400 Ksh Pro Person. Am nächsten Tag entdecken wir das Crocodile Camp gegenüber. Es ist zwar 100 Ksh pro Person teurer, aber dafür können wir direkt am Talek River parken und haben eine sehr weite Sicht auf die Massai Mara. Hier gefällt es uns so gut, dass wir zwei Tage bleiben. Einziger Minuspunkt ist, dass sie für ein Lagerfeuer am Abend nochmal 500 Ksh verlangen. Die beiden Massaimitarbeiter John und Paul sind aber sehr nett und wir quatschen einen ganzen Abend mit ihnen und erfahren viele interessante Dinge über die Massai. Neben vielen Atopes, die morgens zum Talek River kommen sind die Highlights ein Krokodil, das sich am Ufer sonnt und eine Büffelherde die sich mit einem Jungen, an dem eine Hyäne interessiert ist, am Fluss ausruht. Gemeinsam vertreiben die Büffel die Hyäne. Außerdem sehen wir wie eine Warzenschweinfamilie abends in ihre Löcher verschwindet. Wir freuen uns auch sehr über die Giraffe die wir von Weitem im Fernglas sehen.

Am 8. April 2011 fahren wir weiter nach Migori. Neben der Piste sehen wir eine ganze Giraffenfamilie. Eine kommt sogar bis fast ganz an die Piste. Längere Zeit bleiben stehen und beobachten Tiere. Ab Kihanche wir die in der Karte als Hauptweg gekennzeichnete Piste wirklich furchtbar. Vor uns liegt ein Steinfeld über das wir durchackern müssen. Zum Glück geht es nicht den ganzen Weg so weiter und es gibt wieder eine tolle Aussicht auf die Massai Mara. Wir sehen noch sehr viele Zebras, Büffel, Wildebeests und wieder Antilopenarten. Die Zebras grasen sogar friedlich mit Kühen gemeinsam. Dann sehen wir noch den ugandischen Nationalvogel, der aussieht wie ein Punker. Im Dunkeln erreichen wir Migori und haben keine Ahnung, wo wir übernachten können. Wir fragen an einer Tankstelle und dürfen für 200 Ksh dort campen. Kathrin, eine entfernte Verwandte von Pat, lebt in der Nähe von Migori und wir wollen sie gern besuchen. Da wir sie telefonisch nicht erreichen, schreiben wir ihre eine SMS.

httpv://www.youtube.com/watch?v=v/3Q2ApFnAv8Y

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

1 Kommentar

  1. Ein sehr schöner Bericht.Habe 2014 Sansibar-Tansania-Kenia mit Rotel Tours bereist.Dieses Jahr Südafrika mit Patrick .Afrika ist so vielfältig und abwechslungsreich Also immer eine Reise wert.Danke für die schönen Berichte in Euren Blog und noch viele interressante Trips.Schöne Grüße aus Berlin von Mario.

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