Rastacommunity Shashamene

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In Shashamene sind wir bei einer europäisch-äthiopischen Familie eingeladen. Vom Lake Langano sind wir am 3. März 2011 schnell da. Schon als wir auf unsere Bekannten warten, die uns an der Hauptstraße abholen wollen, werden wir angesprochen, ob wir die Rastacommunity sehen oder Ganja kaufen wollen. Aber das sind keine Rastas, sondern nur Leute die ein Geschäft daraus machen, dass Shashamene die inoffizielle Hauptstadt der Rastacommunity in Äthiopien ist. Die wirklichen Rastas winken uns nur freundlich zu.

Bei unseren Bekannten gibt es erstmal Kaffee. Während wir in Addis die Kaffeezeremonie als etwas ganz besonderes präsentiert bekamen, ist es hier völlig alltäglich und wird dreimal täglich zelebriert. Wir werden dann allen Verwandten vorgestellt, die uns alle sehr herzlich willkommen heißen und natürlich den Hanomag sehen wollen. Sie können sonst nicht glauben, das wir wirklich eine Dusche haben. Bei der Großmutter ist richtig viel Leben im Haus und es gibt eine Kuh im Garten. Wir müssen den selbstgebrauten Schnaps probieren und alle beobachten genau, wie sich unser Gesicht verzieht. Wir können auf dem Grundstück der Schwägerin parken, da es groß genug für unseren Hanomag ist. Ihre beiden Kinder freuen sich, dass sie mal Hanomag fahren dürfen.

Am nächsten Tag schauen wir uns die Innenstadt von Shashamene an und gehen einen frischen Mixed Juice trinken. Dann sich ein ein ziemlich bekiffter Typ an unsere Fersen, den wir einfach nicht mehr loswerden. Die einzige Möglichkeit zu entkommen, schnell in ein Tuk Tuk zu hüpfen. Am Abend werden wir bekocht und das Injera schmeckt viel besser, als in jedem Restaurant. Tags drauf wollen wir eigentlich nach Dodola fahren, aber schon nach einigen Kilometern läuft der Hanomag heiß, so dass wir wieder umdrehen. Zurück in Shashamene werden wir gleich zu den Nachbarn von unseren Bekannten eingeladen, die gerade frisches Injera und mehrere Wats kochen. Sie bereiten das alles für den morgigen Sonntag vor, wenn die Gemeinde inklusive Priester zu ihnen zum Essen kommt. Wir bekommen schonmal Tella (selbstgebrautes Bier) und Injera mit scharfem Tomatensalat. Das Essen ist super, aber das Bier ist nicht so ganz unser Fall. Trotzdem trinken wir tapfer aus. Als wir am Sonntag einen erneuten Versuch starten, nach Dodola zu fahren, werden wir von Nachbarn aufgehalten. Sie lassen uns nicht fahren, bevor nicht mit ihnen und der Gemeinde gegessen haben. Es gibt wieder Tella, als Pat ablehnt, weil er noch fahren muss, bekommt er ein ähnliches Getränk – nur ohne Alkohol. Zu essen gibt es verschiedene vegetarische Wats – es schmeckt fantastisch. Uns wir dachten das Essen in den Restaurants wäre gut…

So gestärkt fahren wir nach Dodola – diesmal ohne dass der Hanomag zu heiß wird. Leider fängt es kurz vor Dodola an, in Strömen zu regnen und einen Sandsturm gibt es auch noch dazu. Wir kommen beim Bale Mountain Hotel unter und handeln den Preis für Camping auf 60 Birr runter. Das Essen im Restaurant schmeckt leider total furchtbar, so dass wir das Essen stehen lassen und doch selber kochen. Am nächsten Morgen sieht das Wetter nicht besser aus, so dass wir die Expedition in die Bale Mountains streichen und nach Wondo Genet fahren. Das Wondo Genet Resort will aber unverschämte 230 Birr fürs Camping, deshalb fahren wir gleich weiter nach Awasa. Dort suchen wir einige Zeit nach der Adenium Campsite, die vom Lonely Planet und in Blogs wärmstens empfohlen wird. Kommen dann aber zum Schluss, dass entweder die Koordinaten völlig falsch sind, oder sie geschlossen wurde. Wir bekommen bei einer kleinen Pension unter, aber als sie den extrem lauten Generator anmachen, suchen wir weiter. Schließlich übernachten wir im Hawassa Hotel für 100 Birr, wo es schön ruhig ist – nur den Lake Awasa sieht man nicht. Da wir ziemlich kaputt ist, gönnen wir uns den Fisch im Restaurant, wo wir die einzigen Gäste. Das Essen ist o.k., aber unter der Beschreibung im Menü hätten wir uns was anderes vorgestellt. Die Stadt Awasa gefällt uns nicht so richtig, deswegen verlassen wir sie schon am nächsten Tag wieder und fahren Richtung Arba Minch auf der Straße mit den vermutlich meisten Eselskarren. Da wir es nicht schaffen ein Hotel zu finden bevor es dunkel wird, wird es richtig lustig mit den Eselskarren, vor allem wenn man vom Gegenverkehr geblendet wird. Wir erreichen Sodo ohne Unfall und übernachten im erstbesten Hotel (Bekele Mola für 60 Birr), weil wir einfach todmüde sind.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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