Kein Sudanvisum, dafür Sightseeing in Cairo

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An Neujahr wollen wir die Gizeh-Pyramiden besichtigen. Wir entscheiden uns mit dem Hanomag zu fahren, denn es sind ja nur ein paar Kilometer. Theoretisch müssen wir die meiste Zeit gerade aus fahren und nur zweimal abbiegen Aber die Verkehrsführung zwingt einen dazu erst zu wenden und dann abzubiegen. So landen wir auf der Pyramids Road im Stau in die falsche Richtung und die Wendemöglichkeiten sind viel eng für den Wendekreis vom Hanomag. Wir streichen die Pyramiden für heute und sind froh als wir wieder auf der Straße Richtung Camping Platz sind. Da das Viertel, durch das wir durchgefahren sind, interessant aussah, gehen wir dort einkaufen und finden noch ein günstiges Internet Café. Wir beschließen in Cairo nur noch mit dem Taxi oder der Metro zu fahren.

In den Gassen Kairos

Am nächsten Tag ist Sonntag, in Ägypten der erste Arbeitstag der Woche und wir wollen bei der deutschen Botschaft das Empfehlungsschreiben für den Sudan abholen. Sie teilen uns mit, dass sie nichts mehr tun, was deutschen Staatsbürgern hilft in den Sudan zu kommen, da sich die Situation im Sudan im Zuge des Referendum stark verschlechtert hat. Wir sind niedergeschmettert, laufen dennoch zur sudanesischen Botschaft, um es dort ohne das Schreiben zu versuchen, aber auch dort scheitern wir. Was jetzt? Im Internet recherchieren wir, was es für Alternativen gibt. Vielleicht in Assuan beantragen oder die Pässe nach Deutschland schicken und das Visum in der Botschaft in Berlin beantragen. Was kostet ein Paket von Deutschland nach Ägypten und wie lange dauert das alles? Fragen über Fragen.

Zur Ablenkung wollen wir ins Ägyptische Museum. Aber erstmal müssen wir uns bei einem Mittagessen stärken – wir landen bei der ägyptischen Fastfood-Kette „Felfalla“, bei der sowohl sehr viele Einheimische, als auch Touristen essen. Da enorm viel los ist, liegt nichts lange rum. Es ist alles sehr lecker, aber vor allem die frische Falafel, die es im Fladenbrot aber auch im Hamburgerbrötchen gibt. Das Ägyptische Museum haut einen um, es ist so vollgestopft, das man schnell nichts mehr aufnehmen kann. Vieles hier wurde in Sakkara gefunden, das wir ja schon besichtigt haben. Eine der Hauptattraktionen ist der Tutanchamun-Raum, das merkt mal leider auch daran, dass man vor lauter Touristen gar nichts sieht. Als wir nach unserem Rundgang nochmal vorbeikommen, ist er fast komplett leer und wir können uns die unglaublichen Schätze ganz in Ruhe anschauen. Natürlich lassen wir uns auch die beiden Royal Mummies – Räume nicht entgegen, auch wenn hier der Eintritt noch mal extra kostet, doppelt so viel wie der Eintritt ins Museum.

Ägyptisches Museum Kairo

Aber es lohnt sich, es ist wirklich beeindruckend wie gut die Mumien erhalten sind. Irgendwie seltsam, dass Millionen Touristen herströmen, um Tote anzuschauen – wenn das die Pharaonen damals gewusst hätten… Als wir aus dem Museum kommen, spricht uns ein Ägypter an. Er sagt, das im Moment Gebetszeit sei und dass er einen „Government Market“ kennt, wo wir uns die Zeit vertreiben können. Er betont mehrmals „kein Bahsheesh“ und das er uns nur hinführt und nicht mit reinkommt. Leider ist es kein Markt, wie wir uns den vorstellen, sondern ein Souvenir-Basar. Zum Glück hatten wir auf der Suche nach Mittagessen schon einen richtigen Lebensmittelmarkt gefunden, wo wir günstig ein halbes Kilo Pfeffer eingekauft haben. Während wir durch Downtown laufen, werden wir noch mehrmals angesprochen, wo wir herkommen. Wir probieren verschiedene Nationalitäten aus, aber egal ob Deutsch, Schwedisch oder Ungarisch, immer kennen Sie jemand (Onkel, Vater, Bruder), der bei uns im Ort gelebt hat. Anschließend wollen Sie uns ihre Visitenkarte geben. Bei einem spielen wir das Spielchen mal mit. Vor seinem Souvenirgeschäft bleibt er stehen und holt ein Foto von seinem angeblichen Vater mit Mohammed Ali raus, der angeblich schon seinen Laden besucht hat. Von Visitenkarte ist keine Rede mehr, sondern „Come in and look for free.“ Als wir zum Campingplatz zurückkommen sind doch noch andere Reisende angekommen. Der Engländer Villem und sein südafrikanischer Kurzzeitmitreisender im Landcruiser und die Franzosen Syrier und Max, die ihren Bulli nach Indien verschiffen lassen, um ein halbes Jahr Indien zu erkunden.

al-Azhar-Moschee in Kairo

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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