Koptisches Kairo und Tschüß

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Am 5. Januar 2011 wollen wir versuchen das äthiopische Visum zu beantragen, vielleicht haben wir ja Glück und sie drücken ein Auge zu. Normalerweise muss man nämlich den Pass mit dem sudanesischen Visum vorzeigen. Wieder mal handeln wir einen Preis mit dem Taxifahrer aus, wir zeigen ihm Karte und versuchen im äthiopische Botschaft verständlich zu machen. Irgendwo im Viertel Doqqi will er uns rauslassen. Aber wir bestehen darauf, dass er uns zu der Adresse fährt, die wir ihm gezeigt haben. Das klappt dann auch. Nur leider stellen wir dort angekommen fest, dass die äthiopische Botschaft umgezogen ist. Im Internet war aber nur diese Adresse aufgeführt. Ein freundlicher Polizist weiß die neue Adresse und schreibt sie uns auf arabisch auf. Den Weg erklären kann er uns leider nicht. Er will uns nur ein Taxi rufen. Die Botschaft ist aber immer noch im selben Viertel, deswegen wollen wir lieber laufen. Wir finden auch jemand, der gut englisch spricht und uns den Weg erklären kann.

Nach 15 Minuten sind wir da. Aber auch diesmal haben wir kein Glück mit dem Visum. Wir werden auf die Botschaft in Khartoum verwiesen. Danach fahren wir nach Old Cairo, um uns dort das koptische Viertel mit seiner hängenden Kirche anzuschauen. Als wir aus der Metro steigen, fällt uns gleich die Ruhe auf, keine Autos, keine Hupen, dafür viele Touristen. Trotzdem ist das sehr erholend. Am Ein- und Ausgang gibt es Sicherheitskontrollen. In der Nähe gibt es noch einen Souq, aber diesem kehren wir gleich den Rücken, der er nur aus einer Anreihung aus Souvenir-Shops besteht. Wir laufen noch ein bisschen weiter rum und das Viertel wird immer geschäftiger und es gibt viele Obst- und Gemüsestände. Als wir jemanden mit einem Schweißgerät entdecken, fragen wir, ob er unseren Türgriff schweißen kann. Kann er nicht, aber er will uns zu jemanden bringen, der das kann. Er will uns dann aber zu viel Geld für das Experiment, wer weiß wie lange das hält und ob das Ganze dann auch auf unsere Hanomag-Tür wieder drauf passt.

Am nächsten Tag wollen wir endlich Cairo verlassen, da das mit dem Visum hier nicht klappt gibt es keinen Grund noch länger hier zu bleiben. Cairo war zwar interessant, aber jetzt reicht’s auch. Wir nutzen den Tag auf dem Campingplatz noch, um ein paar Sachen am Auto zu machen und unseren Wassertank aufzufüllen. Das dauert länger als gedacht und wir kommen erst gegen 17 Uhr los. Aber wir wollen ja nur raus aus Cairo und dann auf dem Weg in die Western Desert übernachten. Also wir gerade losgefahren sind, kommen uns mehrere deutsche Geländewägen entgegen. Wenn die mal nicht zum Camping Salma wollen? Also drehen wir nochmal um. Ist schon witzig, mehrere Tage sind wir ganz allein auf dem Platz und jetzt wo wir fahren…Die bunt gemischte Gruppe fährt durch Ägypten und Libien. Nach einem kurzen Schwatz verlassen wir aber dann endgültig Cairo. Außerhalb von Cairo gibt es viele bewachte Edel-Vororte. Wir übernachten mal wieder auf einem Parkplatz zwischen lauter LKWs. Leider liegt der an einem Güterbahnhof und die Zughupe toppt bisher alles. So wachen wir ziemlich früh auf und starten gleich, um uns auf dem Weg zur Weißen Wüste einen schöneren Platz für ein Frühstück zu suchen.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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