„Kreuzfahrt“ auf dem Lake Nasser

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Am 17.Januar 2011 treffen wir wie verabredet Mr. Abouda, Gary und Christie – nur die Italiener fehlen. Als wir bei der Verkehrspolizei ankommen, sind Diego und Luca schon da. Auch ihnen hatte Mr. Salah gesagt, sie müssen um 8 Uhr dort sein. Leider hatten sie nicht das Glück zufällig auf Mr. Abouda zu treffen. Wir müssen die ägyptische Zulassung abgeben, dann geht es in Begleitung der Polizei in Kolonne mit drei Landrovern, 5 Motorrädern und uns als Schlusslicht zum Hafen. Wir haben große Mühe dran zu bleiben. Bei jedem Speed Bumper holen wir auf, aber danach beschleunigen alle wieder und wir brauchen ewig, um wieder richtig zu beschleunigen und dann kommt schon der nächste unfreiwillige Stop.

Am Hafen wird uns gleich ein obligatorischer Helfer zur Verfügung gestellt, der mit uns die Zollformalitäten erledigt. Zunächst sollen alle Autos und Motorräder durchsucht werden. Beim Anblick unseres Hanomags sagt der Polizist: „Big car, much work.“ Der Helfer hat uns vorher gesteckt, dass gegen Zahlung von 20 LE nicht durchsucht wird. Diese legen wir unauffällig ins Auto, und beim alibimäßigen Blick des Polizisten in den LKW, sind diese schnell verschwunden und die Durchsuchung nach 5 Minuten beendet. Danach geht es in ein Büro, wo wir die ägyptischen Nummernschilder abgeben und die Fähre fürs Auto bezahlen müssen. Als nächstes noch Kopien machen und in einem weiteren Büro das Carnet stempeln lassen, was 60 LE kostet. Als letztes müssen noch an einem Schalter unsere Pässe ebenfalls gestempelt werden (jeweils 2 LE). Am Schluss verlangt der Helfer 30 LE pro Person, was für die Autofahrer o.k. Ist, abefür die Begleitungen finde ich das eine Frechheit. Aber man kann nichts machen. Nachdem wir die Autos auf den Ponton gefahren haben, such wir uns alle ein nettes Plätzchen an Deck der Fähre.

Nun haben wir Zeit, zu beobachten, wie die Ware auf ein anderes Frachtschiff verladen wird. Es scheint als hätten die Sudanesen halb Ägypten aufgekauft. Aber auch an Bord schleppen die Leute Unmengen und bauen Barrikaden um sich aus Taschen. Einer könnte schon auf der Fähre einen Shop eröffnen für Handys, Kabel usw. Kurz vor Abfahrt werden wir von unserem Platz vertrieben und müssen umziehen. Zunächst teilen wir uns eine Decke mit zwei Ägyptern, die sehr nett sind, aber leider können wir uns mangels Sprachkenntnissen nicht unterhalten. Ein paar Einreiseformalitäten können wir gleich auf der Fähre erledigen. Es müssen zwei Zettel ausgefüllt werden und dann wird beim Doktor Fieber gemessen. Außerdem müssen wir die Gelbfieberimpfung vorzeigen. Da alles o.k. Ist, bekommen wir den Pass gestempelt. Da es langsam immer windiger wird, gehen immer mehr Leute unter Deck und es wird Platz neben Gary und Chrsitie frei. Wir verbringen eine etwas unruhige Nacht, da es windig und laut ist. Am morgen werden wir um fünf von Gebetsrufen geweckt. Als blinzele, bietet sich ein faszinierender Anblick, wie bestimmt 50 Leute synchron im Morgenlicht beten. Das frühe Wachwerden lohnt sich, da wir so noch einen Blick auf Abu Simbel erhaschen können. Auf der Fähre treffen wir auch die Schweizer wieder und lernen den deutschen Fahrradfahrer Stefan und den Wiener Willi kennen, der mit dem Rucksack bis Kapstadt reisen will. Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir erst am späten nachmittag ankommen, aber die 24 Stunden hatten sich inklusive Verladen kalkuliert und nicht als reine Fahrtzeit. So holen wir uns schnell noch das Frühstück ab und kommen schon mittags in Wadi Halfa an. Traurig ist, dass der erste Mensch, der die Fähre verlässt ein Toter ist, die Hintergründe erfahren wir nicht.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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