Malaria

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Jetzt hat es Patrick nun doch noch erwischt. Im ersten Teil unserer Transafrika Reise von 2010 bis 2012 hat keiner von uns jemals Malaria bekommen, obwohl wir auch damals keine Prophylaxe genommen haben. Denn dafür war die Reise damals und ist unser jetziger Aufenthalt in Afrika einfach zu lang.

Die ersten Symptome

Am Montag, den 13. Januar 2014, fing es ganz harmlos an, mit leichten Grippesymptomen. Dienstag Abend dann leicht erhöhte Temperatur. Am nächsten Tag ging es wieder besser bis abends das Fieber kam – 39,6°C. Das Problem ist, dass die Symptome ähnlich wie bei anderen Krankheiten wie zum Beispiel Dengue-Fieber sind. Das Fiese dabei: Plötzlich geht das Fieber wieder runter und man denkt, man wäre auf dem Wege der Besserung. Das ist wohl auch der Grund, warum viele Einheimische so spät zum Arzt gehen. Und in diesem Fall kann Malaria lebensbedrohlich sein. Am Donnerstag Abend ging es Patrick wieder viel schlechter und die Körpertemperatur stieg erneut auf 39,5 Grad. Schlimm waren vor allem die Kopfschmerzen, so dass er überhaupt nicht schlafen konnte.

 Malaria-Behandlung in Malawi

Am Freitag morgen fuhr uns Campingplatzbesitzer Willie ins 10 km entfernte Krankenhaus – ein kirchlich geführtes Health Center auf dem Land. Für die war nach Schilderung der Symptome, auch ohne einen Test, der Fall schnell klar – Malaria. Schnell gab es noch Tabletten gegen Malaria und Paracetamol gegen die Kopfschmerzen. Im Krankenhaus fotografierten wir noch das Etikett, damit wir wissen, was Patrick da eigentlich einnehmen soll. Die Tabletten bekommt nämlich in einem Plastiktütchen ohne Beipackzettel in die Hand gedrückt , die einer Riesenpackung entnommen werden. Nach ca. 5 Minuten konnten wir das Krankenhaus bereits wieder verlassen. In Malawi ist übrigens die Behandlung umsonst – außer in Privatkliniken (aber die nächste ist im 135 km entfernten Mzuzu). So mussten wir lediglich die Medikamente zahlen, die weniger als 0,50 € gekostet haben.

 Am besten selber informieren

Zurück am Campingplatz fanden wir mithilfe unseres medizinischen Handbuch heraus, dass die Wirkstoff-Kombination Sulfadoxin und Pyrimethamin wegen „schwerer Nebenwirkungen“ ausdrücklich nicht mehr zur Behandlung von Malaria verwendet werden sollte. So entschieden wir uns stattdessen Malarone zu nehmen, das wir als Stand-by dabei haben und deutlich weniger Nebenwirkungen aufweist. Wir können jedem Fernreisenden ans Herz legen, ein medizinisches Handbuch mitzunehmen – wie zum Beispiel Wo es keinen Arzt gibt von David Werner, das wir dabeihaben (Mehr Infos dazu gibt’s hier).

Eine gute Alternative ist das Medikament Coartem, das man in Afrika in Apotheken günstig kaufen kann: Tabletten für eine Malaria-Behandlung kosten circa 1 €. Wie Malarone soll Coartem – mit den Wirkstoffen Arthemeter und Lumefantrin – laut Fachbüchern auch nur wenige Nebenwirkungen aufweisen. Im Vergleich dazu ist Malarone mit einem Preis von 70 € recht teuer. Die Techniker Krankenkasse übernimmt aber die Kosten für die Prophylaxe oder für die Mitnahme als Stand-by.

Das Wichtigste für Patrick ist nun: Im Bett bleiben und Ruhe. In Afrika gehört Malaria zum Alltag und es hat jeder schon gehabt, so wie bei uns Grippe oder Erkältung. Im Gespräch mit der Köchin des Campingplatzes ergab sich der Kommentar, den ich einfach mal so stehenlassen möchte:

„Malaria hab ich letztes Jahr schon zweimal gehabt, aber einmal hatte ich Angina – das war schlimm.“

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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