Mit 7km/h bergauf bergab durch Österreich

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Da wir die Maut umgehen wollen und die Landschaft sicherlich reizvoller entlang der Landstraßen ist, fahren wir in Bad Reichenhall von der Autobahn ab und kurz darauf sind wir schon in Salzburg. Damit, dass wir vom Navi quer durch die ganze Innenstadt gelotst werden, hatten wir nicht gerechnet. Es war ziemlich viel Verkehr und die Fahrt deshalb ziemlich anstrengend für Pat. Zum Glück blieb es auch für längere Zeit die letzte Großstadt.

Das erste Mal tanken in Bad Ischl – für nur knapp über 1,08 Euro. Spannung: Springt der Hanomag danach wieder an? Ja, tat er. Erleichtert fuhren wir weiter. Etwas später mussten wir krasse Berge hoch, es kam uns vor wie eine Ewigkeit, als wir mit 7 km/h die Serpentinen-Landstraße hochkletterten. Links ging es steil bergab ins Tal. Genau das Richtige für Pats Höhenangst. Aber eigentlich eine wirklich imposante Aussicht. Ewig kam kein Haus, nichts, um uns herum nur Bäume. Dann mitten im Nirgendwo eine Bushaltestelle und kurz darauf noch eine. Gut für die Autoschlange hinter uns, da wir so rechts ranfahren und sie vorbeilassen konnten. Genauso langsam ging es den Berg wieder runter. Im Handbuch zum Hanomag steht: man soll den Berg im selben Gang runterfahren wie rauf. Denn sonst besteht die Gefahr, dass man irgendwann nicht mehr bremsen kann. Es dauert bis die Bremse wieder geladen ist. Kurz zweifelten wir daran, ob es eine gute Idee war die mautpflichtige Autobahn zu meiden. Jedoch war es eine gute Übung, den Hanomag im Gebirge kennenzulernen. In Österreich ist es zwar bergig, aber es sind gute Straßen. In Afrika – z.B. im äthiopischen Hochland – werden solche Strecken mit schlechten Straßen kommen. Da ist die Fahrpraxis Gold wert. Langsam meldeten sich unsere Mägen, aber es gab keine geeignete Stelle zum Anhalten. Dafür hatten wir einen tollen Blick auf den Wolfgangsee und auf den Fuschlsee.

Nach einiger Zeit fanden wir einen Rastplatz, ähnlich wie an einer Autobahn, mit gratis WC. Es gab sogar Seife und Papiertücher zum Hände abtrocken. Der einzige Rastplatz bisher. Hier aßen wir zu Abend und übernachteten in Gesellschaft von ein paar LKW. Am nächsten Morgen wachten wir auf von lauten Gesprächen auf dem Rastplatz. Hinter uns hatte ein Reisebus gehalten. Ein paar Leute gingen ziemlich langsam am Hanomag vorbei und drehten „unauffällig“ eine Extrarunde. Als wir gerade losfahren wollten, hielt ein Münchner Auto direkt vor dem Hanomag. Der Fahrer gestikulierte, ob er Fotos vom Hanomag machen durfte. Na klar, nickte Pat. Pat stieg aus, und wies den fleißigen Fotografen, der die ganze Front begeistert knipste, auf den Aufkleber mit unserer Webseite hin. Erst kamen noch ein paar schöne, ebene Straßen, doch die Berge ließen nicht lange auf sich warten. Die nächste große Stadt war erst wieder Kapfenberg. Dort stand vor einer Brücke die Warnung 3,3 Meter. Unser Hanomag ist laut im Inneren befestigten Schild 3,3 Meter hoch. Aber wir hatten inzwischen ein Solarpanel, eine Leiter und Sandbleche auf dem Dach. Lieber nochmal nachmessen. Alles klar, wir passten durch. Auch der Kühler hatte sich trotz der vielen Berge tapfer gehalten. Schließlich passierten wir die ungarische Grenze.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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