Paviane, Touristen & Naturvölker

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Am 9. März 2011 erreichen wir nachmittags Arba Minch. Zuerst versuchen wir es beim Bekele Mola Hotel, aber die wollen 150 Birr und die Campsite ist hässlich ohne Seeblick. Nur das Restaurant in ungemütlichem 50er Jahre Stil bietet einen schönen Blick. Wir entscheiden uns für das Swaynes Hotel, die sich verhandlungsbereit zeigen. Wir einigen uns auf 100 Birr und können auf der Wiese campen, von wo aus wir auch Seeblick haben. Das Restaurant und sein Außenbereich sind sehr schön eingerichtet und man hat einen wunderschönen Blick auf den Lake Abaya und Lake Chamo.

Hier bleiben wir die nächsten zwei Tage und relaxen. Zum ersten Mal begegnen wir Affen. Eine Paviangruppe hängt gern auf dem Gelände des Hotels ab. Einmal sehen wir ein fettes Männchen mit einem Stück Brot davonrennen. Später erzählt uns ein deutsches Ehepaar, dass beim Mittagessen plötzlich ein Pavian ins Restaurant kam, auf den Tisch sprang und sich das Brot schnappte. Wir haben einen gehörigen Respekt vor den Affen, denn die können ganz schön aggressiv Als ich im Außenbereich des Restaurants sitze und den Blick auf die Seen genieße, kommt so ein riesiges Männchen auf mich zugerast. Ich erschrecke mich und der Affe zum Glück auch, als ich mich bewege. Er hat mich einfach nicht wahrgenommen, weil ich so still gesessen habe. In Arba Minch sehen wir auch zum ersten Mal viele Touristen auf einen Haufen – mit Reiseleitern und allem drum und dran. Als wir uns mit einem Touristen darüber unterhalten, wie ihm Äthiopien gefallen hat, sagt er: „Eigentlich ganz schön, aber etwas touristisch.“ Da müssen wir widersprechen, aber es kommt halt immer drauf an, wie und wo man reist. Im Süden tummeln sich die Reisegruppen, um die Stämme allen voran die Mursis anzuschauen. In Arba Minch bekommen wir auch die ersten Entzugserscheinungen: es gibt keinen Mixed Juice mehr. Unschön ist auch – aber dafür kann Arba Minch nichts – dass unser Solarladeregler durchbrennt. Das heißt kein Strom mehr, bis wir in Nairobi neue Sachen kaufen können. Schließlich machen wir uns auf den Weg weiter südlich. Ob wir wirklich die Turkana Route fahren wollen, sind wir uns noch unsicher, da die kleine Regenzeit schon begonnen hat.

Auf dem Weg nach Konso überholen uns Peter & Traudel, sie wollen noch nach Jinka weiter. In Konso finden wir nichts geeignetes zum übernachten und da hier morgen kein Markttag ist, lohnt es nicht hier zu bleiben. Der nächste Ort ist Weyto, der noch kleiner ist. Ergo gibt es hier auch keine gute Möglichkeit zum campen. So fahren wir doch noch bis Jinka weiter und erleben eine Überraschung: Werner und Herta, die wir in Khartoum getroffen kommen uns entgegen. Als wir sie im Sudan trafen, wollten sie noch nach Eritrea und jetzt waren sie schon in Südäthiopien. Sie empfehlen uns in den Mago Nationalpark zu gehen, sie haben dort eine sehr große Elefantenherde gesichtet. Auf der Fahrt sieht man immer mehr traditionell gekleidete Frauen, Männer und Kinder, wahrscheinlich vom Stamm der Ari und Banna. Vor allem die Männer sehen sehr feminin aus in ihren „Miniwickelröckchen“ und die Frauen laufen alle barbusig rum. Wir mutmaßen, dass es sonst auch schwierig wäre, auf den ersten Blick Männlein und Weiblein auseinander zu halten. In Jinka angekommen haben wir sogar die Qual der Wahl der Übernachtungsplätze. Die Rocky Campsite für 100 Birr liegt etwas außerhalb der Stadt, deswegen suchen wir weiter im Zentrum. Beim Orit Hotel können wir für 60 Birr bleiben. Dann machen wir noch ein paar Einkäufe in der Stadt und stellen fest, dass es hier viel teurer ist als im restlichen Teil von Äthiopien, wo wir waren. Dafür bekommen wir eines der leckersten Essen serviert von allem was wir bisher in Äthiopien probiert haben. Also können wir nur empfehlen das Shiro Tuna im Goh Hotel zu bestellen.und die Fruchtsäfte sind auch lecker. Im Goh Hotel sind wir essen gegangen, weil im Orit Hotel alles „finished“ war. Zum Glück, denn dort gab es gar kein Shiro Tuna im Menü.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

2 Kommentare

    • Hallo Laura,
      vielen Dank! Äthiopien hat uns wirklich gut gefallen. Kann man als Reiseland jedem ans Herz legen. Wir vermissen das leckere Essen und die fantastischen Fruchtsäfte.

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