Pyramiden & eine zündende Idee

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Am 3. Januar 2011 starten wir einen neuen Versuch, die Pyramiden von Gizeh zu besichtigen. Diesmal fahren wir nicht mit dem Hanomag, sondern lieber mit dem Taxi. Auf der Pyramids Road rennt plötzlich einer auf arabisch brüllend neben dem Taxi her, der Taxifahrer brüllt zurück und hängt den Typen ab. Das war einer, der erzählt, dass man heute nicht weiter zu den Pyramiden fahren kann, weil die Straßen gesperrt sind. Man komme nur noch mit der Pferdekutsche durch. Das ist natürlich alles Quatsch. Am Ticketschalter bezahlen wir den Eintritt für das Plateau und wollen auch ein Ticket lösen, um in eine der Pyramiden reinzugehen.

Besuch der Pyramiden von Gizeh

Der Kassierer erklärt uns, dass wir dieses direkt bei der Pyramide lösen können. Als wir später bei der Pyramide angekommen sind, gibt es dort keinen Schalter und ein Polizist erklärt uns, dass man das Ticket außen lösen muss. Bis vor zwei Jahren wurde es direkt vor der Pyramide verkauft. Da das Plateau ziemlich groß ist, haben keine Lust den Weg noch 2 Mal zu laufen und sparen uns das Geld. Ohnehin gibt es wohl in der Pyramide nicht viel zu sehen, wie der Lonely Planet schreibt, und die Atmosphäre sei genauso klaustrophobisch wie in der Pyramide in Sakkara, in der wir schon drin waren. Die Pyramiden sind aber größer und noch beeindruckender als die in Sakkara. Von weitem kam sie und ziemlich klein vor, erst wenn man direkt davor steht, wird einem bewusst, was für ein Wahnsinnsbauwerk das ist. Wir lassen uns ganze vier Stunden Zeit, das ganze Plateau zu erkunden, die vielen Gräber, die imposante Sphinx und wir laufen auch noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man die Pyramiden alle auf ein Foto kommt. Das Plateau könnte so schön sein, wenn da nicht die unzähligen Souvenir-Verkäufer „1 Dollar, 1 Euro…“ und Kameltreiber „You know, how much?“ wären. Man kann keinen Schritt, gehen ohne angesprochen zu werden.

Pyramiden und Sphinx von Gizeh, Ägypten

Abends überlegen wir weiter, wie wir das Visumproblem lösen können. Gregor, ein Freund aus Berlin, erklärt sich bereit für uns zu sudanesischen Botschaft in Berlin zu gehen. Wie kommen nun die Pässe am schnellsten und vor allem sicher nach Deutschland. Wir rufen Hop-sing an, wann er genau wieder nach Deutschland fährt. Leider zu spät aber er bringt uns auf die Idee am Flughafen oder an einer Sehenswürdigkeit deutsche Touristen zu fragen ob Sie unsere Pässe mit nach Deutschland nehmen und dort an Gregor schicken können.

Am nächsten Morgen versuchen wir es erst nochmal bei der sudanesischen Botschaft, vielleicht braucht man ja für ein Transitvisum den Brief nicht. Ein sehr netter Taxifahrer fährt uns ins Botschaftsviertel. Gleich nach dem Einsteigen bietet er uns eins seiner Käse-Sandwiches an, auch dreimal ablehnen hilft nichts. Kaum, haben wir das erste angenommen, reicht er auch schon das zweite hinterher. Wir haben ein schlechtes Gewissen, dem armen Taxifahrer sein Frühstück wegzuessen. wir sagen ihm, dass er uns auch an der britischen Botschaft rauslassen kann, aber er besteht darauf uns bis vor Tür der sudanesischen Botschaft zu fahren. Er fragt so lange nach, bis er die etwas versteckte Botschaft findet. Davon hat er nichts, denn den Preis von 20 LE haben wir vorher ausgehandelt. Unser Trinkgeld will er auch nicht annehmen, dass hätten wir ihm gerne gegeben, zumindest für die leckeren Sandwiches. Bei der Botschaft ist derselbe Typ, wie vor 2 Tagen, der uns wiedererkennt und auch für ein Transitvisum brauchen wir den Empfehlungsbrief von der deutschen Botschaft. So gehen wir vor das ägyptische Museum und haben Glück: Gerade als wir uns hingesetzt haben und den Briefumschlag mit Pässen und Anträgen auspacken, setzt sich eine deutsche Touristin neben uns. Wir nutzen die Gelegenheit und sprechen sie gleich an. Sie reagiert direkt abweisend, dass die so etwas nicht macht. Wahrscheinlich hat sie die Warnung beim Auswärtigen Amt gelesen. Die Touristin gehört zu einer größeren, deutschen Reisegruppe, die uns alle zugehört haben. Nachdem wir noch genauer geschildert haben, worum es geht, erklärt sich eine Touristin bereit den Umschlag mit zunehmen. Natürlich geben wir ihr diesen offen mit und zeigen genau, was alles drin ist und Euros für die Frankierung bekommt sie auch. Erleichtert fahren wir mit der Metro zur Station Ataba und laufen von dort ins Islamische Viertel. Auf dem Weg dorthin ist mehr Trubel, als überall in Cairo. Eigentlich ist der ganze Weg dorthin ein riesiger Souq. Als wir schließlich auf einem großen Platz vor einer Moschee ankommen, auf dem jede Menge Reisebusse parken, haben wir den Eingang zum Khan-al-Khalili gefunden. Unser Eindruck : furchtbar touristisch. In der Nähe finden wir auch teuerste Koshary in Ägypten, die wollen allen Ernstes 20 LE, wenn so ein Portion normalerweise 3 LE kostet. Kopfschüttelnd verlassen wir den Laden, da bringt auch Handeln nichts.Wir flüchten uns in die Nebenstraßen, wo es sehr schöne mittelalterliche Gebäude gibt und eine Straße, wo nur Shishas und Shishazubehör verkauft werden. Aber je weiter man sich entfernt, desto einheimischer wird de Markt. Irgendwann haben wir eine Überportion an Trubel und fahren zurück zum Campingplatz.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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