Dreamteam: Hanomag & Bulli auf Safari in Botswana

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Am ersten Tag in Maun treffen wir auf einem Parkplatz den eingefleischten Bulli-Fahrer Uwe. Wie wir hat er kein klares Reiseziel mehr, sondern reist einfach durch Afrika und bleibt wo es ihm gefällt – Reisen ist sein Lebensstil.

Hanomag und Bulli in Botswana

Vor ein paar Jahren hat er zum Beispiel spontan beschlossen, er fährt von seinem Heimatort Kronach in Franken nach Wladiwostock. Das hat er dann auch kurzerhand gemacht – hin und zurück! Sein nächstes Abenteuer: Über die Westroute ist er bis nach Kapstadt gefahren und irgendwann will er auch mal nach Ostafrika, vielleicht aber auch wieder zurück nach Südafrika. Eben wie er gerade Lust hat.

Als wir Uwe kennenlernen, ahnen wir nicht, dass wir zu Reisegefährten für 5 Wochen werden. Wer hätte denn gedacht dass jemand freiwillig unserem langsamen Hanomag hinterher fährt. Aber Uwe fährt gerne in unserem Windschatten. Er begleitet uns sogar, als wir uns im letzten Moment entscheiden, doch nicht nach Sambia, sondern nach Simbabwe zu fahren.

Wildcampen in der Stadt – mit Aussicht!

Wir stehen oft auf Campingplätzen, da wir inzwischen ja auch ortsunabhängig arbeiten. Uwe campt aber eigentlich immer wild – auch in Städten. So finden wir mit ihm in Maun und Kasane ganz tolle freie Stellplätze mit schönerer Aussicht als auf den Campingplätzen. Die Leute in Botswana sind an Touristen gewohnt und sehr freundliche, unaufdringliche Menschen.

Sundowner mit Uwe am Fluss in Maun

In Kasane verbringen wir so einen Super-Abend am Lagerfeuer mit Botswanern an einer Slipanlage. Sie bleiben die ganze Nacht dort und bewachen den Zement, der peu à peu sehr mühevoll in Booten zu einer Insel in Namibia geliefert wird. Dort lässt sich der namibianische Präsident ein Ferienhaus bauen. Wir beobachten, wie sogar Autos auf diese Mini-Boote verladen werden und trauen unseren Augen nicht. So kommen wir mit dem Chef der Baufirma – ein sympathischer Rastamann – ins Gespräch, der uns ans Lagerfeuer einlädt.

Auto wird auf Boot verladen

Die Krux mit den Nationalparks in Botswana

Wir wollen eigentlich von Maun aus durch den Chobe Nationalpark nach Kasane fahren. So einfach wie gedacht ist es leider nicht. Botswana erschwert Individualreisenden den Besuch von Nationalparks im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern, die wir bereist haben, deutlich. Es wirkt so, als wären diese Selbstfahrer den Tourismus-Verantwortlichen irgendwie lästig – lieber sind ihnen anscheinend die Pauschaltouristen, die in teuren Lodges wohnen.

Ohne Planung und Vorausbuchung läuft in den Nationalparks Botswanas gar nichts. Den Eintritt muss man vorher beim einem der Büros des Department of Wildlife and National Parks (DWNP) bezahlen. Die Campingplätze sind in privater Hand – und zwar nicht so, dass alle Campingplätze im Chobe oder Moremi Nationalpark von einem Unternehmen gemanagt werden, sondern von vier verschiedenen.

Verlässliche Informationen zum Zustand der Strecken in den Parks gibt es auch nicht wirklich. Wir müssten uns jetzt genau überlegen, wie viele Tage wir brauchen, um den Chobe Nationalpark zu durchqueren, wo wir wann übernachten wollen bzw. müssen, weil wir es eventuell nicht schaffen. Wenn es uns gefällt, bleiben wir auch gerne mal spontan länger in einem Park. Hinzu kommt, dass der Preis für eine Übernachtung auf den Campsites durch deren Privatisierung um ein Vielfaches gestiegen ist – auf umgerechnet 50 US $ pro Person. Das finden wir dann doch etwas happig für einen rustikalen Campingplatz.

Wir entscheiden uns, den Chobe Nationalpark von Kasane aus zu erkunden und jetzt erstmal einen Tagesauflug zum Moremi Game Reserve zu machen. Die Anfahrt ist anstrengender als erwartet: Fast die ganze Strecke der rund 90 km bis zum South Gate ist sehr sandig, so dass wir sehr lang brauchen. Unser Plan: Möglichst nah am Gate campen und dann sobald es öffnet reinfahren. Wir finden auch bald ein sehr schönes Plätzchen, wo wir erstmal Abendessen.

Bushcamping in Botswana

Buschcampen ist in der Konzession nicht erlaubt

Kaum sind wir fertig, hält auch schon ein offizielles Auto an. Es ist ein Ranger der Privatkonzession, zu der das Gebiet außerhalb des Moremi WIldreservats gehört. Er informiert uns freundlich aber bestimmt: „Hier könnt ihr auf keinen Fall über Nacht stehenbleiben. Aber ihr habt noch Glück. Hätte ich Euch nach Sonnenuntergang erwischt, hätte das eine saftige Strafe gekostet.“

Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten:

  1. Auf der Kazingini Community Campsite, die zur Konzession gehört, campen
  2. Zurück bis zur Veterinärsschranke zu fahren

Wir entscheiden uns für letzte Möglichkeit und fahren wieder 20 Minuten zurück. Als wir beim Veterinärszaun ankommen, ist es schon dunkel und wir fragen ob wir dort campen können. Wir müssen eh in aller Herrgottsfrühe wieder los, wenn wir um 6 Uhr morgens schon im Park sein wollen.

Eigentlich finden wir es sehr gut, dass auch die Communities etwas vom Tourismus haben und hätten auch gerne für Camping bezahlt, wenn der Preis im Rahmen ist. Aber 20 US$ pro Person für einen ungepflegten und sehr sehr rustikalen Platz . Da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis überhaupt nicht.

Moremi Game Reserve im berühmten Okavango Delta

Aber die mühsame Anfahrt hat sich trotzdem gelohnt. Wir verbringen einen schönen Tag im Moremi Wildreservat mit vielen Tiersichtungen, wenn auch leider diesmal nichts spektakuläres. Dafür sind aber auch nicht so viele Touristen unterwegs.

m Moremi Game Reserve Game Drive im Moremi-WIldreservat

Das Moremi Game Reserve liegt im Okavango Delta, das Botswana als Safari-Destination so berühmt gemacht hat. Wenn man allerdings das Reservat mit dem Auto erklundet, merkt man nicht wirklich, dass man sich gerade in einem Delta befindet. Um das Ausmaß und die Magie des Deltas zu erleben, sollte man einen Rundflug buchen oder  in einer der  exklusiven Lodges mitten im Delta übernachten, die nur per Flugzeug erreichbar sind. Aber diese kosten ab 400 US$ pro Person aufwärts, das lag leider nicht innerhalb unseres Budgets.

Nach unserem Besuch im Moremi Game Reserve fahren wir nach Maun zurück und lassen den Abend im Old Bridge Backpackers bei einem kühlen Bier ausklingen. Die Bar dort gefällt uns richtig gut: Sie haben mit einfachen Mitteln wie Lichterketten eine gemütliche Atmosphäre geschaffen, die wir oft in afrikanischen Ländern vermissen, und die Location direkt am Fluss ist einfach klasse. Das Beste sind aber die Gäste – Hier tummelt sich eine skurrile Mischung aus Backpackern und der alternativen Szene von Maun.

Moremi Game Reserve

Eintritt (Stand Ende 2015)
  • 120 Pula p.P./Tag
  • Auto bis 3,5 T: 50 Pula/Tag, Auto ab 3,5 T: 1000 Pula/Tag
  • Eintritt muss vorab bezahlt werden bei einem DWNP-Büro
  • GPS des DWNP-Büros in Maun :  S19.98433 E23.42992

Camping im Wildreservat

Im Moremi Wildreservat gibt es keine offiziellen DWNP-Campsites mehr. Alle sind inzwischen privatisiert und werden von verschieden Unternehmen betreut. Beim DWNP-Büro bekommst Du auch die aktuelle Info, welches Unternehmen für welchen Campingplatz zuständig ist. Oder Du fragst bei Deiner Unterkunft in Maun oder Kasane nach, ob Sie Dir bei der Buchung der Campsites im Moremi Game Reserve oder Chobe Nationalpark behilflich sein können.

Auf jeden Fall vorbuchen! Campingplätze sind sehr begrenzt.

Maun

Unser Campingplatz-Tipp:
  • Sedia Hotel, GPS:  S 19.95325 E 23.47891
  • Preis (Stand: 2016) : 75  Pula p.P inkl. Strom und Free WiFi (etwas langsam) in der Bar und am Pool
  • weitläufiger Platz, gepflegte Sanitäranlagen mit warmen Duschen
  • am besten unten am Fluss campen (Blick leider nicht ganz so schön wegen Zaun, aber dass muss wohl leider sein in Maun)
  • oben stehen auch Rotel Tours und Overlander, aber es verläuft sich
Ausgehen – unser Tipp:
  • Old Bridge Backpackers, GPS: S 19.94446 E 23.48865
  • Lage direkt am Fluss
  • sehr gemütliche Atmosphäre
  • bunte Mischung an Gästen
  • Camping geht dort auch mit Zelt oder Auto: 70 Pula p.P (Stand 2016) ohne Strom (Power Point kostet 35 Pula extra)
  • ist aber rustikaler und Platz viel kleiner im Vergleich zum Sedia Hotel & mit Strom sogar teurer

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

1 Kommentar

  1. Hi Verena & Patrick,

    wow, was ihr schon alles erlebt habt, Hut ab!
    Das hört sich wirklich nach einem Abenteuer und dem Traum schlechthin an..
    Wie macht ihr das mit dem WIFI? Das braucht ihr doch zum arbeiten, oder?
    Wo seid ihr grad unterwegs?
    Ich werde euch auf eurer Reise nun auf jeden Fall folgen, weil ich es super spannend finde!

    Euch eine schöne Zeit :)

    Liebe Grüße,
    Sandra

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