Schlammschlacht und Silvester 2013

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Plötzlich verliert Patrick die Kontrolle über den Hanomag, das Reifenprofil ist nicht mehr existent vor lauter klebrigem Matsch. So fährt der Allrad-LKW wohin er will – leider schlittert er so geradewegs auf den Straßengraben zu.
Regen in Malawi

Im letzten Moment kann Patrick den Hanomag noch gerade eben stoppen. Notgedrungen müssen wir abwarten und hoffen, dass es nicht wieder regnet.

Ein Herz für Reisende

Plötzlich kommt eine Frau aus einem Haus mit einem Korb Bananen und schenkt sie uns – einfach so. Das haben wir noch nie erlebt. Nach einer Stunde warten, fahren wir weiter. Zuerst kommen wir gut voran, dann müssen wir erneut eine unfreiwillige Pause einlegen. Diesmal stehen wir mitten in einem Dorf. Es laufen unglaublich viele betrunkene Männer herum – vielleicht liegt es daran, dass Sonntag ist – der 29. Dezember 2013.

Gemeinsam mit dem anderen Hanomag hatten wir beschlossen von Livingstonia Richtung Chitimba zu fahren. Es hatte am Morgen und die letzten Tage immer wieder stark geregnet. Aber da die Regenzeit gerade erst begonnen hat, wird es eher schlimmer als besser. So nehmen wir nicht die halsbrecherische Serpentinenstraße sondern lieber einen Umweg von 90 km in Kauf. Aber auch hier kommen wir nur sehr sehr langsam voran. Nun stecken wir also erstmal in diesem Dorf fest und sind die Attraktion: Ein Hanomag ist ja ja schon selten genug – aber gleich zwei.

Dorf in Malawi

 

9 Stunden harte Arbeit für die beiden Hanomags

Christian und Patrick laufen die Straße ab, um die Festigkeit des Bodens zu zu prüfen – begleitet von einer Horde Kinder und anderen Dorfbewohnern. Interessanterweise bettelt niemand. Inzwischen ist es schon ziemlich spät und wir glauben nicht, dass wir es noch bis Chitimba schaffen. Wir wollen es aber dennoch versuchen, ansonsten heißt es halt irgendwo buschcampen. Glücklicherweise ist der Untergrund bei den Serpentinen relativ fest und so arbeiten sich die Hanomags gut voran. Kurz bevor es dunkel wird, erreicht unsere kleine „Reisegruppe“ endlich die ersehnte Teerstraße. Dort erwarten uns noch weitere Serpentinen – hier ist aber das große Hindernis die schweren Liefer-LKWs, die uns entgegenkommen. Total fertig kommen wir beim Chitimba Camp an – nach insgesamt 9 Stunden Fahrtzeit für nur 100 km.

Silvester fällt buchstäblich ins Wasser

Am nächsten Tag ziehen wir schon wieder um, denn der Platz gefällt uns nicht sonderlich, da dieser auf die großen Overlander Touren ausgerichtet ist. Stolz erzählt uns der Besitzer, dass er 1400 Gäste im Monat hat – also circa 45 pro Tag. Deswegen hat er auch 40 Bierkästen auf Lager, aber Toiletten und Duschen gibt es jeweils nur zwei für Frauen und Männer. Dazu sind die Duschen noch eiskalt. Einziger Pluspunkt wir können auf dem Strand campen und bekommen Strom. Nebenan im Hakuna Matata Camp haben wir auch Seeblick vom Hanomag aus und es gibt gepflegte Sanitäranlagen mit Warmwasser. Die Atmosphäre ist persönlich und ruhig. Hier feiern wir Silvester. Für den besonderen Anlass gönnen wir uns eine selbstgemachte Pfannenpizza mit geräucherten Austern.

Pfannenpizza

Dann fragt Campingplatz-Besitzer Willie, ob wir Lust haben mit zu einem befreundeten Lodge-Besitzer zu fahren. Na klar! Leider stellt sich heraus, dass der Freund im Moment in Lilongwe ist, aber die Location ist sehr schön. So trinken wir was und dann fällt mal wieder der Strom aus und es ist wirklich stockfinster. Dann fängt es auch noch an zu donnern. Wir entscheiden uns, wieder zurück ins Hakuna Matata und kommen gerade noch rechtzeitig an, bevor es anfängt wie aus Eimern zu schütten. Wir flüchten in unseren Hanomag, die anderen in Ihre Zimmer. Eine halbe Stunde später fängt das neue Jahr an.

Pläne für 2014

Mehr als 3 Wochen haben wir nun im Hakuna Matata Camp in Chitimba verbracht. Danach wollten wir weiter nach Tansania. Jetzt haben wir gehört, dass man einen Temporary Resident beantragen kann und so weitere 6 Monate in Malawi bleiben kann. Deshalb sind wir am 22. Januar 2014 nach Mzuzu aufgebrochen. Hier wollen wir auch Luca treffen, den wir vor drei Jahren auf der Fähre von Ägypten in den Sudan kennengelernt haben. Er hat gerade in Italien alles hinter sich gelassen und will sich in Malawi niederlassen.

In der nächsten News berichten wir, wie wir sich durch den Behördendschungel kämpften, um ein Temporary Resident Permit für Malawi zu beantragen.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

2 Kommentare

  1. Pingback: Hoch hinaus und zurück – der Hanomag erklimmt Livingstonia - runterwegs

  2. Pingback: Livingstonia - Hoch hinaus mit dem Hanomag

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