Spießrutenlauf in Assuan

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Während wir am 15. Januar 2011 vor dem Mc Donalds direkt am Nil auf Mr. Aboudah warten, werden wir erstmal von mehreren Leute angesprochen, ob wir eine Segelbootsfahrt auf dem Nil machen wollen „ Felluca?“

Im Taxi, mit dem wir mit Mr. Aboudah zum Verkehrsministerium fahren, sitzen zwei bekannte Gesichter: Christie und Gary, die wir im Rezeiky Camp kennengelernt haben. Mit einer Kopie unserer ägyptischen Zulassung und einem Brief, den uns Mr. Aboudah besorgt (alles zusammen macht 5 LE), beantragen wir beim Verkehrsministerium einen Schrieb, der uns bestätigt, dass wir keine unbezahlten Verkehrsstrafen in Ägypten haben und sind weitere 10 LE los.

Danach geht es ins Büro von Mr. Salah, wo wir die Italiener Diego und Luca kennenlernen, die mit ihren beiden Landrovern über Sudan inklusive Südsudan und Kongo bis nach Südafrika fahren. Mr. Salah eröffnet uns, dass wir 5000 LE fürs Auto zahlen müssen. Das Ponton ist nicht ganz voll, zwei Autos mehr und es wäre billiger. Das Geld brauchen wir erst am Hafen zahlen und die Personentickets kriegen wir erst, wenn wir das Visum im Pass haben. Inzwischen bekommen wir auch gezeigt, wo das sudanesische Konsulat ist. Dann geht es, nach einem Happen zu Essen, im Taxi mit Diego, Luca und dem japanischen Motorradfahrer Nozomi wieder zum Ministerium zurück, um den Schrieb abzuholen. Wieder sind wir um 20 LE pro Person ärmer für den gesamten Begleitungsservice in Assuan. Wir verabreden uns mit Mr. Aboudah und den drei anderen Autofahrern für Montag morgen um 9 Uhr, um gemeinsam zur Verkehrspolizei zu fahren.

assuan

Am Sonntag gehen wir zum sudanesischen Konsulat und bekommen dort ohne Probleme und ohne Empfehlungsschreiben der deutschen Botschaft innerhalb einer Stunde das Visum für 100 Dollar pro Person. Danach kaufen für bei Mr. Salah die Personentickets für die Fähre. Zur Auswahl stehen für Ausländer nur 1. (Kabine) oder 2. Klasse (Sitze). Wir entscheiden uns für letzteres (322 LE pro Person), obwohl wir wahrscheinlich trotzdem an Deck schlafen werden. Dann verwirrt uns Mr. Salah, da er uns für Montag um 8 Uhr zur Verkehrspolizei bestellt. Wir versuchen gleich mit seinen Koordinaten und der Skizze diese zu finden, scheitern aber. Als wir auf dem Weg sind, um unsere Telefonkarte aufzuladen, um Mr. Aboudah anzurufen, läuft dieser uns auf den Weg. Er lädt uns auf einen Tee ein und wir erläutern ihm unsere Verwirrung. Er bestätigt uns nochmal den Termin um 9 Uhr. Den Rest des Tages gehen wir noch etwas shoppen. Assuan ist anscheinend die teuerste Stadt Ägyptens, dagegen war sogar Luxor günstig. Dennoch können wir nach viel laufen und handeln noch ein paar Lebensmittel finden, die vom Preis her passen. Assuan hat seinen Touri-Souq schlau gebaut, egal wie sehr man versucht sich davon zu entfernen, man landet immer wieder da. Lustig ist es, als wir mit einem großen, blauen Fass durch den Markt zurück zum Hanomag laufen. Plötzlich will uns keiner mehr Papyrus andrehen, sondern fragen nur interessiert, was wir mit dem Fass wollen. Des Rätsels Lösung (ein Tipp von Magda und Alex): Mit Wasser gefüllt und auf einer Pistenstrecke aufs Dach geschnallt eine Super-Waschmaschine. Nebenbei kann man dass Fass auch als Tisch benutzen.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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