Tankstellen-Camping in Botswana

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Gaborone/Botswana – die erste Nacht campen wir an einer Tankstelle. Mitten in der Nacht schrecken wir hoch. Lautes Hupen und jemand brüllt „Police, Police!“

Verschlafen schauen wir aus dem Fenster: Es ist ein Autofahrer, der verzweifelt versucht den Tankwart aufzuwecken. Das wirkt! Es ist ja schließlich eine 24h Tankstelle. Manchmal muss man halt rabiate Methoden anwenden, um dies in Anspruch nehmen zu können.

Einreise mit Hindernissen

Das Einkaufen in Rustenburg und die Fahrt zur Grenze hatten länger gedauert als gedacht. So ist es schon ziemlich spät, als wir uns am 8. September 2013 in die Schlange des Immigration-Schalters einreihen. Beim Einreiseformular muss man immer eine Adresse eintragen oder Bekannte, die man im jeweiligen Land hat. Da wir in Gaborone Lena besuchen wollen, die wir in Äthiopien kennengelernt haben, tragen wir ihren Namen ein. Die Zollbeamtin will das nicht akzeptieren, sondern möchte eine vollständige Adresse. Diese kennen wir nicht, also machen wir es schließlich doch wie immer und tragen den erstbesten Campingplatz ein, den wir im Navi finden. So dürfen wir jetzt endlich einreisen. Zum Glück sind es nur noch wenige Kilometer bis Gaborone, dennoch ist die kurze Fahrt in stockdunkler Nacht sehr anstrengend. Wir sind froh, als wir die 24h Tankstelle finden.

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Shopping in Gaborone

Als wir an nächsten Morgen weiterfahren, entdecken wir nur fünf Minuten Fahrtzeit entfernt das superschicke Einkaufszentrum Riverwalk. Was uns hier sofort auffällt: Im Gegensatz zu Südafrika sind hier überwiegend wohlhabende Schwarze unterwegs. Im Spar finden wir zu unserer großen Freude und Überraschung. deutsches Brot. Außerdem gibt es im Pick’n’Pay Supermarkt sogar Wildfleisch. Darauf haben wir uns schon sehr drauf gefreut, aber in Südafrika keins entdeckt – dieses wird dort nur in einigen Gegenden beim Metzger verkauft und nicht im Supermarkt.

Das erste, was wir in einem neuen Land machen, ist eine Sim-Karte besorgen. Damit können wir dann auch Lena anrufen. Sie beschreibt uns den Weg zu ihr. Leider passt der Hanomag nicht in die Einfahrt, aber wir können auf der Straße parken und im Gästezimmer übernachten. Es ist uns etwas mulmig, den Hanomag hier nachts alleine auf der Straße stehen zu lassen. Aber Lena versichert uns, dass die Gegend sicher ist. Zudem haben wir quasi einen geborgten Wachhund: Wir parken vor der Tür der Nachbarn und jedesmal wenn wir zu unserem Hanomag gehen, bellt er los. Wie immer funktioniert der Hanomag als Eisbrecher. So ein ungewöhnliches Gefährt stand wahrscheinlich noch nie in dieser schicken Nachbarschaft. So dauert es nicht lang bis wir angesprochen werden: Raymond stammt eigentlich aus Maun und arbeitet für das Tourismusministerium. In Gaborone bleiben wir ein paar Tage und planen unsere weitere Route. Lena empfiehlt uns einen guten Zwischenstopp auf dem Weg zu den Makgadikgadi-Pans – das Itumela Camp in Palapye. Der Platz liegt versteckt hinter Bahngleisen und man wundert sich bei der Anfahrt: „Wo soll denn hier jetzt ein Campingplatz sein?“ Dann stellt sich heraus, was für ein Kleinod er ist: Liebevoll gestaltet, es gibt Strom sowie kostenloses Internet und die originellsten Toiletten auf unsere Reise durch Afrika.

 Die Luxusvariante einer afrikanischen Tankstelle

Nach dem Frühstück bekommt Verena plötzlich furchtbare Bauchkrämpfe, die erst am späten Abend besser werden. Am nächsten Tag geht es ihr aber wieder besser, so dass wir weiterfahren können. Die Ursachen finden wir jedoch nicht heraus Diese Nacht campen wir in Lethakane schon wieder an einer Tankstelle – aber diesmal die Luxusausführung. Es ist eine erst kürzlich fertiggestellte Engin mit blitzsauberen Toiletten, die wir für uns allein haben.

Der Manager begrüßt uns persönlich und zeigt uns den Platz hinter dem Gebäude – hier ist es ruhig und wir stehen geschützt. Von hier aus kann man sogar den Sonnenuntergang über den Feldern genießen. Nach und nach kommen alle Mitarbeiter vorbei und sind sehr freundlich und interessiert. Wir erklären Ihnen ausführlich unsere Reise und Route. Bisher sind wir sehr begeistert von den sympathischen, fröhlichen Menschen in Botsuana. Die Tankwarte sind mit soviel Elan und Spaß bei der Arbeit, wie wir es in Deutschland selten erlebt haben – egal welcher Berufszweig.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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  1. Pingback: Rustenburg - Eine Geisterstadt oder doch nicht? - runterwegs

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