Unter Spionageverdacht oder ein Teekränzchen beim Militär

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Unser erstes Ziel im Sinai ist Nuweiba. Dazu müssen wir irgendwann mal links abbiegen. Nur wann? Straßenschilder haben wir schon lange keins mehr gesehen. Also können wir uns nur aufs Navi verlassen, als es uns nach links schickt. Dann kommt eine Militätsperre, für uns inzwischen nichts ungewöhnliches mehr. Er kontrolliert die Pässe und wir fragen, ob das die richtige Strasse nach Nuweiba ist.

 

Das Navi will uns hier nämlich wieder links schicken, aber dort wird gerade die Straße geteert und der Soldat schickt uns geradeaus. Wir sind gerade 5 Minuten gefahren, da holen uns die Soldaten mit dem Auto ein und weisen uns an, hinter ihnen wieder zurück zu fahren. Da keiner von Ihnen englisch spricht, kann uns keiner erklären warum. An der Sperre erklärt uns einer, wir müssen warten, bis der Offizier kommt und das wir irgendeine Erlaubnis brauchen. Das kurz Warten ist auf arabisch natürlich mindestens eine Stunde, aber wir haben ja Zeit… Der Offizier kann zum Glück ziemlich gutes Englisch, aber er hat keine guten Nachrichten für uns: Wir befinden uns im Militärsperrgebiet und müssen deshalb durchsucht werden.

Die Soldaten durchsuchen den Hanomag und unseren Laptop

Vorne durchwühlen Soldaten alles, das ist wirklich ein komisches Gefühl. Die Sache hat aber auch ihr Gutes, einige schon vermisste Sachen tauchen bei der Aktion wieder auf. Hinten wird zum Glück nicht richtig durchsucht, denn da guckt der Offizier selber. Er fragt nur, ob wir Laptop und Kamera haben. Das Navi hat er eh schon gesichtet. Da keine Kamera unglaubwürdig wäre, zeigen wir ihm unsere Knipse und einen Laptop. Der Offizier entschuldigt sich mehrmals für die Unannehmlichkeiten und ist wirklich sehr nett. Er bittet uns in sein Büro, wo es sehr karg aussieht und es nur kaputte Stühle gibt. Auch dafür entschuldigt sich der Offizier: „Es ist nur eine Übergangskaserne.“

Wir bekommen Ägyptischen Tee (Shai) serviert und schauen dann gemeinsam die Bilder auf der Kamera und dem Laptop an. Es geht darum, ob wir irgendetwas militärisches fotografiert haben. Dann guckt er sich noch unsere Waypoints auf dem Navi an. Schließlich telefoniert er mit seinem Vorgesetzten. Danach erklärt er uns, dass er extra betont hat, dass wir deutsch sind, weil das immer gut ankommt. Während wir nun auf den Vorgesetzten warten, erzählt er uns, dass bei einem seiner zahlreichen Auslandseinsätze bei den UN-Truppen (u.a. Somalia und Darfur) sein bester Freund ein Deutscher gewesen sei. Als der Vorgesetzte eintrifft, bekommen wir Cola und er nimmt unser Navi genauer unter die Lupe. Da es keinen Strom gibt und der Akku vom Laptop platt ist, kann er sich die Bilder nur auf dem kleinen Bildschirm der Knipse anschauen. Zielstrebig schaut er sich die Flughäfen auf der Navikarte an und findet einen der stark vergrößert genau alle Landebahnen abbildet. So genau hatten wir uns die Karten noch nie angeschaut. Dann fragt er uns: „Sind das Eure Wegpunkte, warum wollt Ihr die Flughäfen besuchen?“

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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