Über die grüne Grenze von Äthiopien nach Kenia

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Die Fahrt von Äthiopien nach Kenia ist berüchtigt und  gefürchtet.  Man erzählt uns von schlechten Straßen, Überfälle und fehlenden Tankstellen. Es gibt zwei Strecken zur Auswahl: Die eine führt über den Transafrican Highway – klingt gut ist aber auf dem Stück übelste Wellblech-Piste. Wir entscheiden und für die ander Möglichkeit entlang des Ostufers des Turkana-Sees. Es soll eine unserer schönsten Reiseerfahrungen werden.

Am 16. März 2011 starten wir unser Abenteuer mit unseren Mitstreitern Peter und Traudel, die die Navigation übernehmen. Denn sie haben die Route von einem anderen Reisenden bekommen, der die Strecke vor kurzem in die andere Richtung gefahren ist. Ein paar Tage keine Stadt, keinen Strom, kein Handyempfang und keine Straßen. Erstmal geht es nach Omorate, um dort unseren Pass ausstempeln zu lassen. Dort wechseln Peter und Traudel noch Birr in Kenia Schilling. Wir haben keine mehr übrig.

Landcruiser umringt von Kindern n Äthiopien
Irgendwie stehen auch alle Leute um deren Landcruiser rum, zu uns kommen nur zwei Leute. Die äthiopischen Beamten sind nett und freuen sich anscheinend immer über Abwechslung. Es geht alles reibungslos, bis auf den Stempel nur bis zum Jahr 2010 reicht. Kurzerhand bessert er die letzte Ziffer mit einem Kugelschreiber aus.

Plötzlich stehen wir vor einer geschlossenen Schranke

Die Fahrt führt vorbei  an kleinen Dörfern, die ihre Hütten aus allem bauen, was sie kriegen können. Dann stehen wir plötzlich vor einer Schranke. Der Dorflehrer möchte Kulis für seine Schule.Wir wissen auch nicht, was die meinen, dass die Faranjis die immer säckeweise dabeihaben. Irgendwie dürfen wir nach langem Diskutieren dann doch durch ohne Kugelschreiber abzugeben.

Schließlich kommen wir zur Grenze. Die äthiopische Seite will nochmal unsere Pässe kontrollieren. Kaum stehen wir da, ist vor allem der Landcruiser von lauter Menschen umringt, die alle Money, Pen, You, You, You durcheinander schreien. Einer findet raus, dass man bei uns auf die Stufe klettern kann und will Pen, Pen, Pen von uns. „Denkste!“ Schnell weg und kurz darauf sind wir in Kenia angekommen.

Begegnung mit kenianischen Stammesleuten am Turkana-See

Hanomag trifft Local am Lake Turkana in Kenia

Landschaftlich verändert sich zunächst nichts. Alles dürre Steppe, dieselben Hütten. Dann taucht der Lake Turkana auf. Und folgende dem Tipp für einen guten Übernachtungsplatz direkt am See. Es dauert nicht lange, da sind wir wieder umringt von Menschen, die ganz interessiert unsere Autos anschauen. Der Unterschied zu Äthiopien ist frappierend. Keiner bettelt. Sie packen nur ihre Hocke aus und setzten sich mit Sicherheitsabstand vor die Autos und schauen beim Kochen zu. Irgendwann gehen sie wieder, ist wohl langweilig geworden.

Ich packe die Kamera aus, um diesen schönen Schlafplatz festzuhalten. Von weitem sichten das zwei junge Männer und kommen auf uns zugerannt und rufen „Foto, Foto.“ Wir denken schon sie wollen dafür kassieren, so wie in Äthiopien. Falsch gedacht. Sie haben einfach nur, Spaß daran sich selbst auf dem Digitalbildschirm anzuschauen. Genauso toll finden sie die Autospiegel, in denen sie sich begeistert betrachten. Sie freuen sich so herzerfrischend über alles, wie kleine Kinder.

Fischkauf mit Hindernissen – aber frischer geht nicht

Da sie Netze auf dem Rücken tragen, versuchen wir sie mit Gesten zu fragen, wo der Fisch ist. Sie lachen aber verstehen nichts. Wir nutzen das Bilderwörterbuch, was sie auch total toll finden und gehen weg. Kurz darauf kommen sie mit mehr Leuten wieder und vor allem vielen Fischen, die nicht frischer sein könnten. Wir handeln einen Preis von 100 Schilling pro Fisch aus und kaufen zwei. Wir bekommen den Fisch gleich ausgenommen.
Locals nehmen Fisch aus am Turkanasee in KeniaDafür leihen wir ihnen Messer, die sie auch für ihre Fische nutzen. Da unser Kühlschrank kaputt ist, kommen beide Fische in Peter und Traudels Kühlschrank. Nach einer langen Fotosession mit den ganzen Jungs – die können gar nicht genug bekommen – laden uns die beiden zum Spaghetti essen ein. Die Jungs setzten sich mit etwas Abstand daneben und unterhalten sich unter uns. Als wir müde sind , verabschieden wir uns und machen die Schlafgeste. Daraufhin stehen auch die Jungs auf und gehen nach Haus.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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