Verabschiedungstour durch Deutschland

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Berlin. Nachdem wir fast alles, was wir besitzen, verkauft hatten, haben wir den Rest eingelagert. Nur noch 9 Kubikmeter haben wir zusammen. Wow! So wenig, wir konnten es kaum fassen.

Berlin

Vielen Dank an die fleißigen Helfer Gregor und Timo, ohne die wir unser letztes Hab und Gut niemals bis in Lager in Brandenburg bekommen hätten. Am 27. August 2010 luden wir die Sachen, die mit auf die Reise kommen oder bei unseren Familien abgeliefert werden mussten, in den Hanomag und schließlich kam die Wohnungsübergabe. Schon ein komisches Gefühl, ab jetzt haben wir nur noch unsere Wohnung auf Rädern. Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Ein letztes Mal Sushi Essen im Onsen in Friedrichshain mit Ina und Mahesh, dann übernachteten wir bei Sven, da der Hanomag erstmal noch zu voll gestellt war, um darin zu schlafen. Sven begleitete uns am nächsten, sehr frühen Morgen zum Hanomag. Wir sind um halb 7 aufgestanden, da wir trotz der 60km/Stunde nicht zu spät bei Stephie und Dirk in Recklinghausen ankommen wollten. Im Supermarkt, der zum Glück schon aufhatte, versorgten wir uns mit Latte Macchiato und Lebensmittel für die Fahrt.

Um 20 Uhr kamen wir in Recklinghausen an, Steffi und Dirk waren erstaunt, denn so früh hatten Sie bei unserer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit nicht mit uns gerechnet. Es wurde ein toller Abschiedsabend mit lecker chinesischem Essen à la Dirk und vielen Urlaubsfotos. Der Morgen begann, wie der Abend aufgehört hatte – mit lecker Essen: selbstgemachte Apfelpfannkuchen. Gestärkt begaben wir uns auf die Weiterreise nach Düsseldorf. Eigentlich wollten wir dort am Rhein grillen, leider spielte das Wetter nicht mit. So mussten wir uns einen neuen Umweltzonen freien Parkplatz suchen, um dort den Hanomag den anderen zeigen zu können. Die Wahl fiel auf das Scotti’s als Treffpunkt und den P & R Parkplatz an der Uni Düsseldorf für den Hanomag. Wir machten noch einen Zwischenstopp bei Verenas Schwester Svenja in Rommerskichen, wo wir einen Teil der Sachen aus dem Hanomag ausluden, damit man auch was von ihm sieht.

Bayreuth

Dann parkten wir den Hanomag an der Uni Düsseldorf und brachten schonmal mal ein paar Sachen zu Verenas Patentante Ellen, bei der wir während unseres Aufenthalts in Düsseldorf übernachten konnten. Mit einem Espresso weckten wir unsere Lebensgeister und zurück ging es mit der Straßenbahn zum Scotti’s, wo die anderen schon auf uns warteten. In strömenden Regen stiegen wir aus, zum Glück hörte es später auf, so dass wir nach ein paar Schumacher Alt und Burgern endlich Micha, Magda, Gregor, Jens, Vicky, Alex und Markus den Hanomag zeigen konnten. Am nächsten Tag holten wir unsere Sandbleche bei Dirks Garage in Moers ab und nahmen gleich noch einen Bergegurt, Tropenstiefel für Pat, zwei Spaten, eine Taschenlampe und eine Halterung für unseren 8. Benzinkanister mit. Den Abend verbrachten wir mit Verenas Patentante und gingen ins Himmel & Ähd (Füchschen) Brauhaus. Düsseldorfer Alt werden wir ja sehr lange nicht mehr trinken.

Am 31. September fuhren wir nochmal zu Verenas Schwester Svenja in Rommerskirchen, die während der Reise ihre Heimatbasis ist. Dementsprechend gab es viel zu besprechen. Vorteil auf dem Land: Wir konnten im Gegensatz zu Düsseldorf direkt vor dem Haus parken. Pat und Verenas Schwager Manuel werkelten währenddessen am Auto und suchten die optimale Stelle für die Befestigung der Sandbleche. Am Abend kamen noch Antje und Frank vorbei. Vom reichhaltigen Frühstück gestärkt traten wir die Fahrt nach Franken an. In Wörth am Main legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein, um uns bei Alex zu verabschieden.

Schließlich kamen wir um 22 Uhr bei Pats Familie in Bayreuth an, die schon mit dem Essen auf uns warteten. Todmüde fielen wir ins Bett. Am 2. September verabschiedeten wir uns mit einem Grill-Abend bei Sabine, Christian, Marina, Terry, Matze, Ramon, Thorsten, Stefan und Adi und natürlich zeigten wir allen den Hanomag. Vielen Dank an Stefan für die Fotos vom Abschiedsgrillen. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto von Pats Mutter nach München, um das Carnet de Passages in München beim ADAC abzuholen, mit dem Hanomag mal eben nach München und einen Parkplatz suchen, das wäre kein Spaß geworden. Am Wochenende statteten wir allen Bayreuther Baumärkten einen Besuch ab, um noch ein paar Teile für die Details des Hanomag-Ausbaus zu kaufen, räumten den Hanomag komplett aus, um alles geordnet wieder einsortieren zu können. Das ging in Bayreuth besser als in Berlin, wo wir immer außerhalb der Umweltzone parken mussten. Außerdem machten wir einen Großeinkauf, um immer einen Vorrat an Lebensmitteln parat zu haben und kauften auch Lebensmittel ein, die in Afrika schlecht zu bekommen sind, wie zum Beispiel Pumpernickel, wegen langer Haltbarkeit nahmen wir das in Dosen.

Bayreuth - Abschiedsgrillen

Samstag Abend kamen Pats Eltern aus dem Urlaub zurück, bei denen wir uns natürlich auch noch verabschieden wollten und es gab auch mit ihnen viel zu besprechen, da Geli und Toni die Heimatbasis von Pat übernehmen. Sonntag fanden die Küchenutensilien und diverse Staukisten ihr zu Hause im Hanomag, natürlich gleich so befestigt, dass sie beim Fahren nicht herumpurzeln.

Reise-Start mit Hindernissen

Am Montag war klar, dass wir die Kühlbox, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte nicht mit Solarenergie benutzen konnten, da sie über Nacht immer die ganze Batterie leersaugte. Es handelte sich also doch um eine Absorber-Kühlbox und nicht um eine Kompressor-Kühlbox wie angenommen. Es musste also ein neuer Kühlschrank her und zwar schnell. Denn eigentlich wollten wir schon Montag Vormittag ins Allgäu zu Pats Großeltern fahren. Kein Problem, dachten wir, jedoch war nirgendwo etwas in der Größe und mit dem Stromverbrauch vorrätig, der für uns passend war. Dann wurden wir doch noch bei Firma Knoll fündig. In der Filiale in Nürnberg war zufällig einer da, der gleich für den nächsten Morgen nach Bayreuth bestellt wurde. An dieser Stelle besonderen Dank an Eugen für die Hilfe beim Ausbau und bei der erfolgreichen Suche nach einem Kühlschrank. Nach einem letzten Abschiedsfrühstück mit Pats Familie fuhren wir gleich um 8 Uhr los, um unseren neuen Kühlschrank abzuholen. Echt chic, das Teil.

Dann ging es weiter nach Isny im Allgäu. Auf dem Weg dahin lief der Kühler so heiß, dass wir anhalten und unser gutes Trinkwasser nachschütten mussten, da weit und breit kein Wasser aufzutreiben war und wir sonst den Motor geschrottet hätten. Mehrmals mussten wir noch halten und Wasser nachfüllen, diesmal aber auf Parkplätzen mit Wasseranschluß. Sogar 900 Meter vor dem Haus von Pats Großeltern kochte der Kühler wieder, so daß wir abwarten mussten, bis er sich abgekühlt hatte, bevor wir weiterfahren konnten. Pats Opa hüpfte vor Begeisterung als er den Hanomag sah. Nachdem wir Kaffee getrunken hatten, mussten wir den Kühler wieder mit 6 Litern Wasser versorgen, damit schafften wir es dann ohne nochmal anhalten zu müssen die 15km nach Leutkirch zu Pats anderen Großeltern zu fahren. Wir hofften, dass nur ein Schlauch undicht war, aber am nächsten Tag stellte sich heraus, dass der Kühler kaputt war. Eine Reparatur schien auf die Schnelle im Allgäu unmöglich. Doch wir hatten Glück, denn Andre Kreidel hatte noch einen gebrauchten Hanomag Kühler vorrätig, der schon am nächsten Tag ankam. Mithilfe von seinem Opa und Onkel Franz baute Pat den Kühler gleich ein.

Leutkirch

Als wir uns nun endlich am 10. September auf den Weg nach Ungarn machen wollten hatten wir wieder Pech und der Hanomag sprang nicht an. Er hatte nun länger gestanden und war öfters an und ausgemacht worden, um den Kühler zu testen. Eigentlich hatten wir vorgesorgt und die ganze Nacht die Batterien geladen. Batterien kaputt? Was nun? Mit einem Auto kann man dem LKW keine Starthilfe geben, der saugt gleich die ganze Batterie leer. In dem Moment kam Mo vorbei und bot gleich an, einen LKW-Starter von einer Spedition auszuleihen. So fuhren Pat, Mo und sein Bruder Felix bei der Spedition vorbei und luden den sauschweren LKW-Starter ein. Und tatsächlich, der Hanomag sprang an. Erleichterung, so war zumindest der Anlasser nicht kaputt, es waren definitiv die Batterien. Felix schaute gleich nach, wo wir eventuell noch heute neue Batterien auftreiben konnten. Leider hatte auf dem Land alles schon geschlossen. Wir würden uns also am nächsten Morgen mit dem Auto von Pats Opa aufmachen und neue Batterien kaufen.

Da der Hanomag nun lief, fuhren wir gleich eine Runde zu Schloß Zeil, um den Kühler unter harten Bedingungen bergauf zu testen. Zumindest der lief super. Am Abend luden wir unsere Retter Mo und Felix auf ein Bier ein. Am nächsten Morgen zeigte sich erst wie gut der LKW-Starter funktioniert hatte, denn der Hanomag sprang zu unserer großen Überraschung an. Trotzdem versuchten wir im Landmarkt in Aichstetten neue Batterien zu besorgen, leider gab es in unserer Stärke nur lange Batterien und in den Hanomag passen nur quadratische; noch dazu brauchen wir fürs Gelände rüttelfeste. Auf dem Parkplatz trafen wir ein älteren Nissan Patrol-Fahrer, der uns ansprach, dass er auch einen Hanomag als Zugmaschine zu Hause habe. Er begleitete uns zu Landtechnik Doser, wo leider auch nicht die richtigen Batterien für uns da waren. Dennoch war man sehr bemüht uns zu helfen und vielleicht Batterien zu bestellen, aber noch eine Woche wollten wir nicht warten, denn es sollte ja weiter nach Ungarn gehen und das Einreisedatum nach Syrien stand aufgrund des Visums auch schon fest. So testete Landtechnik Doser unsere Batterien und das Ergebnis war: Zustand o.k. Da unser Fahrzeug nach dem Tanken in Aichstetten auch tadellos ansprang, beschlossen wir uns zu trauen nach Ungarn zu fahren und den Hanomag nur so wenig wie möglich auszumachen. In Ungarn werden wir dann versuchen zur Sicherheit neue Batterien zu kaufen.

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Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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