Walking Safari im Mago NP

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Ganz früh morgens starten wir am 13. März 2011 unsere Fahrt zum Headquarter des Mago Nationalpark. Für wenige Kilometer brauchen wir mehrere Stunden. Denn die Strecke ist eine schlechte Piste, verbunden mit einer atemberaubenden Berg- und Talfahrt. Belohnt werden wir für die Anstrengung mit tollen Ausblicken auf den Park. Kurz vor dem Gate hat sich auf der Straße ein Teich gebildet. Da wir nicht wissen, wie tief er ist, muss ich durchwaten. Eine Einheimische zeigt mir, wo es am besten ist und Pat fährt hinter uns her. Unbeschadet kommt der Hanomag durch, schonmal eine kleine Übung für bevorstehende Flussdurchfahrten. Wir geben der Einheimischen ein kleines Trinkgeld – eine 1 Birr Münze. Sie schaut lachend die Münze an und zeigt sie einem anderen Einheimischen. Wir wissen aber nicht, warum sie lacht. Vielleicht war’s zu wenig oder sie freut sich über die strahlende Münze. Denn sonst sind eher alte, stinkende Birr-Scheine gebräuchlich.

Wir fahren weiter und durchs Gate, zahlen müssen wir erst im Headquarter, müssen aber natürlich beim Verlassen des Parks die Quittung vorzeigen. So günstig werden wir wohl nicht mehr in einem Nationalpark kommen: insgesamt zahlen wir 345 Birr (inklusive Eintritt 2 Personen, Auto, Camping und Scout für 24 Stunden). Dafür bekommen wir insgesamt drei Walking Safaris. Eine davon machen wir gleich am Nachmittag, bei der wir schonmal ein paar Colobus-Affen und Antilopen sehen und üben auf Steinen durch Flüsse balancieren. Bei mir klappt’s einmal nicht und ich lande im Wasser. Da es ziemlich heiß ist, bin ich schnell wieder trocken. Als wir zum Campingplatz zurückkommen entdecken wir, dass dort im Baum über uns eine ganze Colobusfamilie wohnt und beobachten sie eine Weile. Danach treffen wir nochmal Peter und Traudel, die nach dem Besuch der Mursis nun auch am Campingplatz eingetroffen sind.Später machen wir uns gemeinsam mit unseren beiden Scouts und einem Parkführer auf den Weg die Tiere in der Dämmerung zu erkunden. Es macht richtig Spaß sich an die Tiere ranzuschleichen – vor allem bei den Büffeln. Natürlich sehen wir auch ein paar Antilopenarten sehen. Das Highlight des Abends ist aber definitiv ein sehr ausgefallener Vogel, den sogar unsere Scouts noch nie gesehen haben. Der Vogel hat an seine Flügel nochmal 2 kleine Flügel angeschlossen. Zurück am Headquarter schlagen wir im Vogelbestimmungsbuch nach und finden raus, dass es sich um einen Nightjar handelt.Wir geben unseren Scouts noch etwas zu trinken aus und fallen dann alle müde ins Bett.

Peter und Traudel wollen am nächsten Morgen durch den Park Richtung Turmi fahren. Wir müssen erst nach Jinka zurück, um Geld zu holen und zu tanken. Wir wollen sie unterwegs treffen und die Turkana-Route gemeinsam fahren. Wir stehen bereits um 6 Uhr auf und starten mit einer weiteren Walking Safari in den Tag. Diesmal sehen wir eine ganze Büffelherde und drei Warzenschweine, die ganz nah an uns vorbeilaufen, weil sie uns gar nicht registrieren. Als wir zurückkommen, trifft es sich gut, dass dort eine Wasserpumpe steht, denn unser Tank ist komplett leer. Wir beeilen uns, denn es ziehen schon schwarze Wolken auf. Das schlimmste Stück der Piste zurück nach Jinka schaffen wir im Trockenen, aber dann fängt es richtig an zu schütten. Das Wasserloch, dass wir nochmal durchqueren müssen ist auch schon tiefer geworden, aber wir kommen noch ohne Probleme durch. Nachdem wir alles in Jinja erledigt haben, fahren wir weiter nach Dimeka. Zwischen Konso und Jinka, war alles neue Teerstraße, das letzte Stück nach Dimeka ist nun richtige Piste, die nach dem Regen schon ganz schön matschig geworden ist. Überall ist Baustelle, also wird es in absehbarer Zeit auch hier Teerstraßen geben. Kurz vor Dunkelheit finden wir ein Hotel, wo wir im Hof für 60 Birr parken können. Nervig ist, dass sogar dort im Hof laut Kinder rumstehem und eins sogar bettelt und alle Erwachsenen finden’s lustig. Am liebsten wären wir gleich wieder gefahren, aber wir haben keine Lust im Dunkeln weiter nach einem anderen Hotel zu suchen. Um 21 Uhr geht plötzlich saulaute Musik an, die auch um 23 Uhr noch läuft. Untypisch für Äthiopien, wo selbst die Rasta-Musik in Shashamene um Mitternacht aus war. Wie lange die Party dort noch ging, weiß ich nicht, da ich dank Ohrstöpseln trotzdem einschlafen konnte.

Über den Autor

hatte schon immer Fernweh. Als digitale Hanomadin hat sie das Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht. Auf runterwegs.de teilt Sie mit Dir Reiseerfahrungen, Reisetipps und was ihr sonst noch in den Sinn kommt.

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